Wegen kritischer Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Regierung in Teheran den deutschen Botschafter im Iran einbestellt. Botschafter Axel Dittmann sei wegen „unangemessener Äußerungen von ranghohen deutschen Regierungsvertretern gegen den Iran“ einbestellt worden, erklärte das iranische Außenministerium am Donnerstag. Außerdem habe es „interventionistische Handlungen“ der deutschen Botschaft in Teheran gegeben.
Merz hatte am Dienstag bei einem Treffen mit dem irakischen Regierungschef Ali al-Saidi in Berlin gefordert, der Iran müsse die Blockade der Straße von Hormus aufheben, sein militärisches Atomprogramm einstellen und seine Unterstützung für Proxies in der Region beenden. Er forderte zudem den Iran auf, den Konflikt nicht weiter in den Irak zu tragen.
Der Westeuropa-Direktor im iranischen Außenministerium, Aliresa Jusefi, wies die Äußerungen des Bundeskanzlers bei dem Gespräch mit Botschafter Dittmann nach Ministeriumsangaben zurück. Jusefi habe „heftigen Protest gegen Deutschlands ungerechtfertigten und destruktiven Ansatz bei Themen, die die Region und den Iran betreffen“, übermittelt.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, hatte die Merz-Äußerungen bereits am Mittwoch kritisiert. Es handle sich um eine „Verzerrung“ der Tatsachen, schließlich seien es die USA und Israel gewesen, die den Krieg gegen den Iran begonnen hätten.
Der deutsche Botschafter in Teheran war bereits im vergangenen Jahr wegen Äußerungen von Merz zu den völkerrechtswidrigen zwölftägigen Angriffen Israels und der USA auf den Iran einbestellt worden. Merz hatte damals gesagt, Israel mache „für uns alle“ die „Drecksarbeit“.
Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.























