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Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise – Neue Angriffe
Israels Bombardements auf den Libanon, Angriffe im Irak, in den Golfstaaten und sogar im Indischen Ozean: Nach den völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffen auf den Iran weitet sich der Konflikt immer weiter aus.
Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise – Neue Angriffe
Beirut, Libanon, 04.03.2026 / Foto: Bilal Hussein/AP
vor 13 Stunden

Israel bombardiert erneut Orte im Libanon, eine ballistische Rakete fliegt Richtung Nato-Land Türkiye, in den Golfstaaten gibt es Drohnen-Attacken auf Ziele, die USA versenken vor Sri Lanka ein Kriegsschiff und durch die Straße von Hormus kommt kaum mehr Öl und Gas: Der noch keine Woche alte Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise. 

In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel weiter brutale Angriffe im Iran, Teheran griff Oppositionsgruppen im benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter zivile Ziele im Libanon. Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass erneut israelische Bodentruppen ins nördliche Nachbarland eindringen könnten. 

Das Abfeuern einer ballistischen Rakete im Mittelmeer am Mittwoch nahe der türkischen Grenze stellte eine neue Eskalationsstufe dar. Der Iran versichert jedoch, Türkiye nicht angegriffen zu haben. Es sei keine Rakete in Richtung Türkiye abgeschossen worden, erklärte die Armee am Donnerstag. Die Rakete war von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. 

IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch Iran-Krieg

Die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) warnte Europa unterdessen vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte. „Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen Menschen die Grenze überquert haben“, sagte IOM-Chefin Amy Pope im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. „Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird“, sagte die US-Amerikanerin. „Was wir in der Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunächst die großen Städte verlassen und zu Familienangehörigen gehen.“ Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. Das könnte dann zu mehr Fluchtbewegungen führen, sagte sie.

Irans Militär greift Oppositionsgruppen im Irak an

Die iranischen Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben erneut iranisch-kurdische Oppositionsgruppen im benachbarten Irak an. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. 

US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdisch-extremistische Gruppierungen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies diese Darstellung zurück. 

Macron warnt Netanjahu vor Bodeninvasion im Libanon

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dazu auf, von einer „Bodenoffensive“ im Nachbarland Libanon abzusehen. Es sei wichtig, dass die territoriale Integrität des Libanon gewahrt werde und die proiranische Hisbollah-Miliz ihre Gegenangriffe auf Israel einstelle, teilte Macron nach Gesprächen mit Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun auf der Plattform X mit. Die Parteien sollten zum Waffenruheabkommen zurückkehren.

Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet

Vor der Küste von Kuwait im Persischen Golf kam es zu einer Explosion an einem Tanker. Der Kapitän des rund 55 Kilometer südöstlich von Mubarak al-Kabir vor Anker liegenden Schiffs habe eine große Explosion an der Backbordseite bemerkt, bevor ein kleines Boot davongefahren sei, berichtete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO). Öl aus dem Ladetank laufe ins Meer aus. Ein Brand sei zunächst nicht gemeldet worden, der Besatzung gehe es gut. 

Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Eskalation hat dazu geführt, dass durch die strategisch bedeutende Meerenge von Hormus aktuell kaum mehr Öltanker und Schiffe mit Flüssiggas fahren, weshalb die Weltmarktpreise bereits gestiegen sind. 

Nachbarschaft der US-Botschaft in Katar evakuiert

Die Umgebung der US-Botschaft in Katar wurde evakuiert. Die Bewohner der umliegenden Gebäude seien vorübergehend und vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium des Golfstaats mit. Ihnen seien anderweitige Unterkünfte gestellt worden. 

Seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag feuern die iranischen Streitkräfte immer wieder Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in Katar ab.

Völkerrechtswidrige US-israelische Angriffe auf Iran

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen auf den Iran gestartet. Dabei wurden zahlreiche Zivilisten sowie mehrere ranghohe iranische Vertreter ermordet, darunter das geistige Oberhaupt des Landes und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus. Unklar ist, wann der Krieg endet.

Der Iran richtet seine Vergeltungsschläge auch auf die US-Zentralen und die militärische Infrastruktur in Golfstaaten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Am Dienstag wurde unter anderem die Ölinfrastruktur in den Golfstaaten vom Iran angegriffen. 

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums wurden bei den US-israelischen Angriffen im Iran bisher mehr als 920 Menschen getötet.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen