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Wadephul: Ohne freie Schifffahrt drohen Hungersnöte
Wadephul nimmt am heutigen Freitag an einem Außenministertreffen in Istanbul teil. Im Mittelpunkt der Gespräche sollen die zunehmenden Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer und die verheerende Lage in Palästina stehen.
Wadephul: Ohne freie Schifffahrt drohen Hungersnöte
23.10.2026, Brandenburg, Schönefeld: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Bundesaußenminister Johann Wadephul will sich bei einem Außenministertreffen in Türkiye für die Freiheit der Schifffahrt einsetzen. „Wir alle spüren die Auswirkungen der Angriffe auf die Seewege – sei es an der Tankstelle oder im Supermarkt. Andernorts drohen Hungersnöte, wenn Düngemittel nicht rechtzeitig dort ankommen, wo sie zentral für die Grundversorgung sind“, sagte er am Freitag vor seinem Abflug nach Istanbul. Dort will der CDU-Politiker mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan sowie Amtskollegen aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien beraten. 

Gemeinsam Lösungen suchen

„Der Konflikt um die Straße von Hormus, die Angriffe der Huthi im Jemen, auf Saudi-Arabien und die freie Seeschifffahrt, aber auch die Folgen immer stärker eskalierender russischer Angriffe auf Getreidelieferungen im Schwarzen Meer – diese massiven Herausforderungen können wir nur bewältigen, wenn wir über etablierte Formate hinaus an einem Strang ziehen“, sagte Wadephul. Die anwesenden Länder eine, dass diese festgefahrenen Konflikte auch massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage und Sicherheit unserer Länder hätten, sowie der Wille, nach Lösungen zu suchen.

„Wir nehmen nicht hin, dass Iran und die Huthi-Milizen den Welthandel erpressen und die Versorgung der Welt mit Energie und Düngemitteln weiter im Würgegriff halten. Die willkürlichen Angriffe auf die freie Schifffahrt und die Nachbarländer müssen enden“, so Wadephul. Der Konflikt führe unter anderem zu Hunger. 

Auch die Lage im Schwarzen Meer trage dazu bei. „Mit Angriffen auf Getreidelieferungen nimmt Russland eine Nahrungsmittelknappheit im globalen Süden wissentlich in Kauf. Dies trifft die Ärmsten der Welt, deren Versorgung ganz besonders von Weizen abhängt – und auch unsere Partner, die Türkei zum Beispiel als größtes weizenverarbeitendes Land für den Welthandel“, sagte der Außenminister. Es gehe bei dem ersten Treffen in diesem Format um den Versuch, Bewegung in die beiden Konflikte zu bringen. 

Gaza-Krieg und Siedlergewalt im Westjordanland 

Nach türkischen Angaben soll auch der Nahost-Konflikt bei den Gesprächen eine Rolle spielen, konkret die katastrophale Lage im Gazastreifen infolge des israelischen Vernichtungskrieges und der Ausbau illegaler israelischer Siedlungen im besetzten Westjordanland sowie die Gewalt extremistischer Siedler gegen Palästinenser.

Pakistan, Saudi-Arabien und Türkiye hatten sich vor kurzem zu einem Verteidigungsbündnis zusammengeschlossen, zusätzlich ist bei dem Treffen in Istanbul der Außenminister Ägyptens dabei. Deutschland, Frankreich und Großbritannien arbeiten seit einigen Jahren im E3-Format der größeren europäischen Staaten zusammen. In diesem Fall kommt noch Italien dazu. Das Treffen in Istanbul soll beide Gruppen zusammenbringen.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen