Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China haben sich beide Seiten mit betont freundlichen Worten um ein stabileres Verhältnis der Großmächte bemüht. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren lobte Trump Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ausdrücklich. Der Gastgeber in Peking wiederum sagte, er sei überzeugt, dass die gemeinsamen Interessen zwischen den USA und China größer seien als die Differenzen. Der jeweilige Erfolg beider Länder sei für das andere eine Chance, sagte Xi.
Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt befinden sich in einem erbitterten Handelskonflikt. Trump, der China im vergangenen Jahr noch mit horrenden Zöllen gedroht hatte, sagte zu Beginn des Gesprächs mit Xi, die USA und China hätten eine „fantastische“ gemeinsame Zukunft. Der US-Präsident lobte den Gastgeber als „großartige Führungspersönlichkeit“. „Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist“, sagte Trump weiter. „Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.“
Die Gespräche während Trumps Staatsbesuch in Peking dürften von Handelsfragen geprägt sein. Der US-Präsident wurde von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Tech-Milliardär Elon Musk und Apple-Chef Tim Cook. Auch der Chef des Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, war dabei. Die von dem Unternehmen produzierten Halbleiter gelten als besonders wichtig für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz.
Trump und Xi hatten sich zuletzt Ende Oktober im Vorfeld eines Gipfeltreffens in Südkorea getroffen und dort eine Pause im laufenden Zollstreit vereinbart.
Erwartet wird, dass auch der völkerrechtswidrige US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran Thema der Unterredungen sein wird. Die USA erhoffen sich Hilfe von China bei der Sicherung der für den Öl- und Flüssiggastransport wichtigen Straße von Hormus. China ist normalerweise der größte Abnehmer iranischen Öls.
Xi: Partner und nicht Gegner sein
Xi sagte, stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen seien „gut für die Welt“. Beide Seiten sollten Partner und nicht Gegner sein. Er warf auch die Frage auf, ob China und die USA ein „neues Modell für die Beziehungen zwischen Großmächten“ schaffen könnten. Dabei stellte Xi das Verhältnis beider Länder in den Kontext einer möglichen gefährlichen Rivalität: Er sprach die nach einem Historiker der griechischen Antike benannte „Thukydides-Falle“ an. Damit ist die Gefahr gemeint, dass eine aufstrebende Macht und eine etablierte Führungsmacht in eine gefährliche Konfrontation geraten.
Xi hatte Trump zuvor mit militärischen Ehren an der Großen Halle des Volkes im Herzen der chinesischen Hauptstadt empfangen. Beide schüttelten sich länger die Hand. Trump applaudierte zudem Kindern, die hüpfend und jubelnd kleine US-Flaggen und Blumen in die Höhen streckten. Trumps sagte später, dass er die Kinder „großartig“ gefunden habe.
Taiwan offenbar auch Gesprächsthema
Neben Handelsfragen war für Chinas Staatschef laut chinesischen Medienberichten die US-Unterstützung für Taiwan ein wichtiger Punkt. Peking erhebt seit Jahrzehnten Anspruch auf die Inselrepublik. Die USA beliefern Taiwan trotz scharfer Kritik Pekings mit Waffen.
Sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, käme es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern, sagte Xi Jinping nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine „äußerst gefährliche Lage bringen“, sagte er.
Xi betonte, dass der Umgang mit Taiwan die wichtigste Frage in den US-China-Beziehungen sei. Bei guter Handhabung könne dieses Thema auch die Stabilität zwischen beiden Ländern wahren, sagte er. Ob und was Trump auf Xis Äußerungen entgegnete, war zunächst nicht bekannt.
Am Abend will Xi den US-Präsidenten zu einem Staatsbankett empfangen. Morgen reist Trump wieder zurück.


















