Der aufgrund von Geschäften mit Israel in der Kritik stehende Rüstungskonzern Rheinmetall expandiert und will künftig auch ballistische Raketen bauen. Das Düsseldorfer Unternehmen kündigte am Montag die Gründung eines Joint Ventures mit dem europäischen Raketenbauer Destinus mit Sitz in den Niederlanden an. „Dieses wird fortschrittliche Raketensysteme herstellen, vermarkten und liefern. Dazu gehören Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie“, erklärte Rheinmetall.
Destinus ist nach eigenen Angaben ein wichtiger Lieferant für die ukrainische Armee und verfügt bereits über ein etabliertes Serienproduktionsprogramm in Europa für mehr als 2000 Marschflugkörpersysteme pro Jahr. Laut Rheinmetall zeigen der Ukraine-Krieg und der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran jedoch, „dass die Nachfrage nach skalierbaren Angriffssystemen nicht mehr in begrenzten Stückzahlen gemessen wird“. Es brauche „potenziell zehntausende“ Systeme pro Jahr.
Das neue Unternehmen „Rheinmetall Destinus Strike Systems“ soll den Angaben nach vorbehaltlich der nötigen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten. Rheinmetall soll 51 Prozent und Destinus 49 Prozent der Anteile halten.
Proteste gegen Rheinmetall
Rheinmetall steht unter anderem vor dem Hintergrund von Rüstungsverkäufen an Israel in der Kritik. Geliefert werden unter anderem Panzerkanonen und Munition. Zudem ist das Unternehmen an der Entwicklung von sogenannter Präzisionsmunition für Israel beteiligt.
Immer wieder kommt es daher zu Protestaktionen auf dem Fabrikgelände von Rheinmetall. Zuletzt fand am vergangenen Freitag ein Protest auf dem Werksgelände in Berlin-Gesundbrunnen statt. Laut der „Berliner Morgenpost“ skandierten die Friedensaktivisten unter anderem „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“ und „Rheinmetall raus aus Berlin“.
Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Waffenlieferant für Israel, das sich wegen des Vernichtungskrieges in Gaza vor internationalen Gerichten verantworten muss. Zudem überfällt Israel derzeit den Libanon und bombardierte zuvor den Iran.


















