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Südlibanon: Wadephul äußert sich besorgt über Israels fortschreitende Besetzung
Seit Mitte April gilt im Libanon eine fragile Waffenruhe. Dennoch dringt Israels Armee weiter in den Süden des Landes ein. Bundesaußenminister Wadephul äußert Kritik, aber Konsequenzen gibt es keine.
Südlibanon: Wadephul äußert sich besorgt über Israels fortschreitende Besetzung
Foto: Christoph Soeder/dpa (Archiv)

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich besorgt über die fortschreitende Besetzung des Südlibanon durch die israelische Armee geäußert. Dieses gebe „Anlass zu großer Sorge“, sagte Wadephul am Sonntagabend. „Natürlich hat Israel legitime Sicherheitsinteressen“, behauptete er, das „Vorrücken“ Israels sei angeblich eine Reaktion auf die fortdauernden Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels. 

Wenn aber Zivilisten „den Preis einer militärischen Eskalation zahlen und Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar werden“, mache dies Israels Nachbarschaft „langfristig nicht sicherer“, gab er zu bedenken.

Gleichzeitig müsse die proiranische Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels einstellen, forderte Wadephul in der vom Auswärtigen Amt veröffentlichten Erklärung. Alle Konfliktparteien seien „dringend aufgefordert“, die Kampfhandlungen einzustellen und zur vereinbarten Waffenruhe zurückzukehren. 

Jede weitere Eskalation verschärfe die ohnehin schon angespannte Lage zusätzlich und sorge für neue Fluchtbewegungen innerhalb des Libanon. Israel müsse Zivilisten sowie zivile Infrastruktur schützen, forderte der Bundesaußenminister. 

Der Schlüssel zu einer Stabilisierung des Libanon liege in einer Stärkung des libanesischen Staates, hob Wadephul hervor. Dazu gehöre, dass die libanesische Regierung entschieden gegen die Hisbollah vorgehen und Libanon sein Gewaltmonopol auf seinem gesamten Territorium ausüben müsse.

Die für die bevorstehende Woche geplante weitere Runde in den direkten Gesprächen zwischen den Regierungen Libanons und Israels in Washington sei „der richtige Kanal, um Erfolge zu erzielen“, erklärte Wadephul. Es brauche eine tragfähige diplomatische Lösung zum Schutz von Zivilisten und einen langfristigen Frieden im Libanon.

Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe. Israels Armee drang dennoch in den vergangenen Tagen immer weiter in den Süden des Libanon ein und hatte am Sonntag die strategisch wichtige Kreuzritterfestung Beaufort besetzt. 

Seit Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran Ende Februar ist auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Nach libanesischen Angaben sind seit Anfang März mehr als 3.200 Menschen durch israelische Angriffe getötet und mindestens 9.737 weitere verletzt worden.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen