Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen (G7) kommen am Montag angesichts der Kriege im Iran und der Ukraine und deren weltweiten Auswirkungen im französischen Évian zusammen. Mit Spannung wird erwartet, wie am Genfersee die Stimmung zwischen US-Präsident Donald Trump und den Partnern ist. Trump äußert immer wieder scharfe Kritik an einzelnen Verbündeten und macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber internationalen Zusammenschlüssen.
Trump feierte am Sonntag 80. Geburtstag. Er wollte direkt nach der Teilnahme an einem Kampfsportspektakel mit Käfigkämpfen vor dem Weißen Haus nach Évian reisen. Deutschland wird von Kanzler Friedrich Merz (CDU) vertreten. G7-Mitglieder sind neben Deutschland und Frankreich auch Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Frankreich hat im laufenden Jahr den G7-Vorsitz.
Proteste in Genf teilweise eskaliert
Begleitet wird der G7-Gipfel von Protesten im rund 50 Kilometer entfernten Genf. Nach einer teilweise eskalierten Demonstration gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs kesselte die Polizei am Sonntag mehrere Hundert mutmaßlich gewaltbereite Demonstranten ein.
Von den Eingekesselten würden die Personalien aufgenommen, einige könnten zur strafrechtlichen Verfolgung festgenommen werden, sagte der Sprecher einer zuständigen Genfer Behörde, Laurent Paoliello, dem Sender RTS. Verletzt wurde nach seinen Angaben niemand. Auch die Sachschäden hielten sich demnach in Grenzen.
Ein gewaltbereiter Teil der Demonstranten hatte zuvor den weitgehend friedlichen Protestmarsch überschattet. Beteiligte rissen Pflastersteine aus dem Boden und schlugen zahlreiche Schaufenster ein. Die Polizei setzte Tränengas und am Abend auch Wasserwerfer ein.
Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 20.000 Menschen an der Demonstration. Die Organisatoren sprachen hingegen von 60.000 Teilnehmern.
Die Polizei hatte sich im Vorfeld auf bis zu 50.000 Teilnehmer eingestellt. Mehrere Tausend Polizisten aus dem gesamten Land wurden nach Genf entsandt. Seit zwei Tagen kontrollieren die Sicherheitskräfte in der Stadt Fahrzeuge und die Personalien von Passanten.
Iran-Rahmenabkommen im Zentrum der Beratungen
Im Zentrum des G7-Gipfels dürften die Konsequenzen der erwarteten Einigung zwischen Washington und Teheran stehen. Die USA und der Vermittler Pakistan hatten am Sonntagabend die Verständigung auf ein Rahmenabkommen bekanntgegeben. Nach pakistanischen Angaben soll die Unterzeichnung am Freitag in Genf erfolgen.
UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Vereinbarung als „entscheidenden Schritt hin zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts“. Er würdigte besonders die Vermittlungsbemühungen Pakistans, Katars, Ägyptens, Saudi-Arabiens, von Türkiye und weiterer Staaten der Region.

Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem der Straße von Hormus. Die Blockade der für die weltweite Versorgung mit Öl, Gas und Düngemitteln wichtigen Meerenge hat erhebliche wirtschaftliche Verwerfungen ausgelöst. Eine Öffnung wird nach Angaben der Konfliktparteien erst nach der geplanten Unterzeichnung des Abkommens erwartet.
Trump will am späten Nachmittag um 17.30 Uhr zunächst seinen französischen Kollegen Emmanuel Macron zu einem bilateralen Gespräch treffen. Bei einem Arbeitsessen wollen die Gipfelteilnehmer am Abend über die aktuellen internationalen Herausforderungen diskutieren. Die Lage in der Ukraine steht am Dienstag auf der Tagesordnung.























