Trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Krieges hat das US-Militär Ziele im Iran angegriffen. Im Süden des Landes wurden Raketenstellungen getroffen und im Bereich der Straße von Hormus Boote attackiert, die Minen in der Meerenge verlegen sollten, wie das US-Militär behauptete. Unterdessen brachte US-Präsident Donald Trump mit Blick auf die Verhandlungen eine mögliche Kompromisslösung für den Umgang mit Irans angereichertem Uran ins Spiel. US-Außenminister Marco Rubio sagte bei einem Besuch in Indien, das Festzurren der genauen Formulierungen in dem Abkommen mit dem Iran werde wohl noch ein paar Tage in Anspruch nehmen.
Ein Sprecher des Regionalkommandos der US-Streitkräfte für den Nahen Osten (Centcom) behauptete, die jüngsten „Angriffe zur Selbstverteidigung“ dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch das iranische Militär. Die US-Armee übe sich im Rahmen der aktuellen Waffenruhe in Zurückhaltung, verteidige aber ihre eigenen Verbände.
Iranische Medien berichteten, es habe nach einem US-Angriff im Bereich der Insel Larak in der Straße von Hormus mehrere Tote gegeben. Das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern und nannte keine weiteren Details zu den tödlichen Angriffen auf iranische Ziele.
Meerenge als Zankapfel
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit völkerrechtswidrigen Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Das iranische Militär sperrte zudem die für die Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten – der Ölpreis stieg dadurch steil an. Derzeit blockieren die USA ihrerseits iranische Häfen. Aktuell gilt in dem Krieg eine Waffenruhe, die brüchig ist.
Die US-Regierung fordert in den Verhandlungen mit dem Iran eine bedingungslose Öffnung der Meerenge für die Schifffahrt. Der Iran hingegen beansprucht die Kontrolle über die Passage für sich und will für die Durchfahrt künftig Gebühren erheben.
Rubio: Trump macht „entweder einen guten Deal, oder keinen Deal“
Am Montag erklärte Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai, im Gespräch sei ein sogenanntes Memorandum of Understanding mit 14 Punkten. Er bestätigte Medienberichte, dass es dabei um eine 60-tägige Rahmenvereinbarung zur Beendigung des Kriegs gehe. Aktuell gebe es keine Diskussionen über das Atomprogramm, sagte Baghai. Erst innerhalb der 60-Tages-Frist könne es Gespräche dazu geben. Mit dem ersten Rahmenabkommen soll dem Vernehmen nach auch die Öffnung der Straße von Hormus geregelt werden.
US-Außenminister Rubio äußerte sich am Dienstag am Rande seines Indien-Besuchs zu den Gesprächen in Katar. Es werde sich zeigen, ob dabei Fortschritte gemacht würden, sagte er übereinstimmenden Medienberichten zufolge. „Es gibt momentan viel hin und her über bestimmte Formulierungen im ursprünglichen Dokument, das wird also ein paar Tage dauern“, zitierte ihn etwa die „New York Times“. Präsident Trump werde „entweder einen guten Deal, oder keinen Deal machen.“ Rubio ist in Personalunion auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater.























