Im Zuge seiner Ankündigung höherer Zölle für Autos aus der EU hat US-Präsident Donald Trump deutschen Autoherstellern schwere Vorwürfe gemacht. Bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Florida sagte Trump am Freitagabend, Washington habe Deutschland über den Schritt informiert, da „sie und andere europäische Nationen sich nicht an unser Handelsabkommen gehalten haben“. Deutsche Autohersteller wie Mercedes-Benz und BMW beschuldigte er, US-Bürger über den Tisch zu ziehen.
Der US-Präsident hatte zuvor eine deutliche Zollerhöhung angekündigt. „Da die Europäische Union unser vereinbartes Handelsabkommen nicht einhält, werde ich in der kommenden Woche die Zölle für aus der Europäischen Union in die USA eingeführte Pkw und Lkw erhöhen“, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. „Der Zollsatz wird auf 25 Prozent angehoben.“ Der US-Präsident machte keine Angaben dazu, inwiefern die EU seiner Meinung nach gegen das vereinbarte Handelsabkommen verstößt.
Die Ankündigung erfolgte jedoch kurz nachdem Trump Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf kritisiert hatte. Trump forderte Merz auf, sich auf die Beendigung des Ukraine-Kriegs zu konzentrieren, anstatt sich in die Angelegenheiten des Iran „einzumischen“. Zudem solle Merz „sein marodes Land in Ordnung bringen“, erklärte Trump am Donnerstag in Onlinemedien. Deutschland ist für einen großen Teil der Autoexporte aus der EU verantwortlich und würde von höheren Zöllen vermutlich hart getroffen werden.
EU und Wirtschaft kritisieren Trumps neue Zollpläne
Die Europäische Union und die deutsche Wirtschaft kritisieren die von US-Präsident Trump angekündigte Anhebung von Zöllen auf Fahrzeuge aus der EU. Die EU-Kommission behält sich nach Angaben einer Sprecherin Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen.
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, bezeichnete am Freitag auf der Plattform X Trumps Ankündigung als „inakzeptabel“. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) nannte Trumps Vorstoß eine „erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen“.
















