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Israel tötet UN-Mitarbeiter in Gaza
Immer wieder nimmt Israel humanitäre Helfer in Gaza ins Visier. Die UN bestätigt nun die Tötung eines Mitarbeiters durch einen Sprengstoff-Angriff der israelischen Armee auf ein UN-Gebäude.
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Israel tötet UN-Mitarbeiter in Gaza
Deir el-Balah, Gaza, 19.03.2025. / Foto: AFP / AFP

Bei einem israelischen Angriff auf den Gazastreifen ist nach Angaben der UNO ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet worden. Der Angestellte des UN-Büros für Projektdienste (Unops) sei durch einen Sprengsatz getötet worden, der auf einen UN-Standort „abgeworfen oder abgefeuert“ wurde und im Inneren des Gebäudes explodierte, erklärte Unops am Mittwoch.

Unops-Direktor Jorge Moreira da Silva äußerte sich „schockiert und verzweifelt" über den Tod des Kollegen. „Das war kein Unfall“, fügte er hinzu. Das getroffene UN-Gebäude in Deir el-Balah im Zentrum des Gazastreifens befinde sich in einem entlegenen Gebiet und sei gut bekannt. Auch UN-Generalsekretär Antonío Guterres zeigte sich „zutiefst traurig und geschockt“ von dem Angriff. 

Zuvor hatte das Gesundheitsministerium im Gazastreifen mitgeteilt, ein ausländischer UN-Mitarbeiter sei in Deir el-Balah durch einen Luftangriff getötet worden. Fünf weitere ausländische Beschäftigte der UNO seien nach einem israelischen Angriff auf den UN-Standort mit schweren Verletzungen ins Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus in Deir al-Balah eingeliefert worden, erklärte das Ministerium. 

Die israelische Armee wies die Angaben der Behörde zurück. Die Armee habe „keinen UN-Standort in Deir al-Balah angegriffen“, behauptete sie. Es habe dort auch keinen Einsatz der israelischen Armee gegeben, fügte ein Armeesprecher hinzu.

Mindestens 710 Todesopfer in Gaza nach israelischen Angriffen

Israel hatte in der Nacht zu Dienstag die Waffenruhe mit der Hamas gebrochen und die massivsten Luftangriffe auf den Gazastreifen nach Inkrafttreten des Waffenruhe-Abkommens vor zwei Monaten geflogen. 

Nach Behördenangaben und Berichten aus Gaza wurden bei den brutalen Bombardements durch das israelische Militär Hunderte Palästinenser getötet, darunter zahlreiche Kinder. Seit Dienstag beklagt die palästinensische Enklave mindestens 710 Todesopfer. Das erklärte Khalil Al-Dakran, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, am Donnerstag gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

Indes wird Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen der Prozess gemacht. Er sollte am Dienstagmorgen, am Tag der jüngsten israelischen Angriffswelle mit Hunderten Toten in Gaza, vor Gericht erscheinen. Laut der israelischen Zeitung „Times of Israel“ soll Netanjahu jedoch in einem schriftlichen Antrag um eine Verschiebung der Anhörung gebeten und dies mit einer „dringenden Sicherheitsberatung“ begründet haben.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen