Mit seiner Reaktion nach dem Aus für die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) für Spott gesorgt – nun räumte die Regierung ein Versehen ein. Die in der Nacht zum Dienstag im Internetdienst X abgesetzte Botschaft sei „Ergebnis einer Kommunikationspanne“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch in Berlin. „Natürlich ist der Bundeskanzler enttäuscht vom Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft.“
Merz hatte in seinem Eintrag auf X nach dem Aus im Sechzehntelfinale der DFB-Elf in der Nacht zunächst Trost gespendet. „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel!“, schrieb der Kanzler auf X. „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“
Von verschiedener Seite kam darauf für die lobenden Worte Kritik – und von politischen Gegnern Vergleiche mit der angeblich erfolglosen Regierungsführung durch Merz. Der Kanzler setzte dann rund zwölf Stunden nach der ersten am Dienstagnachmittag eine zweite Botschaft auf X ab: „Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.“
„Auch er hatte sich ehrlicherweise ein bisschen mehr erhofft“, sagte Hille zu den Erwartungen von Merz an den Ausgang des Spiels gegen Paraguay, das Deutschland im Elfmeterschießen verlor. Wer genau für die Kommunikationspanne verantwortlich war, ließ er offen.
Offenbar gab es mehrere vorbereitete Reaktionen auf das Spiel, das durch die Zeitverschiebung in den USA in Deutschland bis nach Mitternacht ging. „Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf“, zitierte der „Tagesspiegel“ aus dem Kanzleramt. Der gesamte Vorgang sei „leider sehr ärgerlich“ gewesen.























