Die „Global Sumud Flotilla“ will sich nach Angaben der Organisatoren in den kommenden Tagen im türkischen Hafen Marmaris neu formieren. Mehrere Schiffe seien bereits in der Bucht der Hafenstadt eingetroffen, weitere Schiffe aus Griechenland und Italien seien auf dem Weg dorthin, teilten die Friedensaktivisten am Freitagmorgen mit. Daten eines Online-Trackers der Initiatoren zeigten zudem am Donnerstag Bewegungen der Boote in Richtung Marmaris.
Wann die Aktivisten erneut mit dringend benötigten Hilfsgütern von Marmaris aus in Richtung Gazastreifen auslaufen wollen, blieb zunächst unklar. Am 12. Mai solle es weitere Informationen zur „nächsten Phase“ der Aktion geben, hieß es von den Organisatoren.
Die israelische Marine hatte vergangene Woche 21 Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern westlich von Kreta überfallen und nach eigenen Angaben 175 Menschen verschleppt. Griechenland und Türkiye nahmen anschließend viele von ihnen auf und organisierten ihre Rückreise in die Herkunftsländer. Zwei Aktivisten wurden von der israelischen Marine nach Israel gebracht und dort inhaftiert. Der Brasilianer Thiago Ávila und der spanische Aktivist Saif Abu Keshek befinden sich noch immer in israelischer Gefangenschaft.
Mehrere EU-Staaten äußerten Zweifel an der Vereinbarkeit des Überfalls in internationalen Gewässern mit dem Völkerrecht. Israel behauptete, das brutale Vorgehen gegen die Aktivisten stehe im Einklang mit dem Völkerrecht.
Israels Überfall auf Flotilla – nicht das erste Mal
Die Gaza-Hilfsflotte war am 26. April mit Dutzenden Schiffen von Sizilien aus Richtung Gazastreifen in See gestochen. An Bord waren Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Die Organisation spricht von der größten Flotilla, die jemals versucht habe, den illegalen Belagerungsring um Gaza zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen zu bringen.
Die „Global Sumud Flotilla“ war bereits bei ihrer Aktion im Herbst 2025 in internationalen Gewässern mehrfach angegriffen worden. Es kam unter anderem zu Drohnenangriffen, zu denen sich Israel aber nicht bekannte. Die mehr als 400 Aktivisten wurden später von israelischen Soldaten verschleppt und erst nach Tagen freigelassen. Sie berichteten ebenfalls von Misshandlungen während ihrer Gefangenschaft.
Seit dem Wahlsieg der Hamas in Gaza im Jahr 2007 riegelt Israel den Gazastreifen entgegen dem Völkerrecht vom Meer aus strikt ab. Die Absperrung der Zugänge nach und aus Gaza wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt.














