Aus Protest gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest (ESC) will Irland das größte im Fernsehen übertragene Musikereignis der Welt auch im kommenden Jahr boykottieren. Irland werde weder einen Teilnehmer nominieren noch die Veranstaltung übertragen, erklärte am Donnerstag der staatliche Fernsehsender RTE. Zur Begründung führte er den „anhaltenden Verlust von Menschenleben“ im Gazastreifen durch Israels Vernichtungskrieg in dem Palästinensergebiet an.
Damit ist Irland das zweite Land, das den im kommenden Jahr in Bulgarien ausgetragenen Musikwettbewerb boykottiert. Im August hatten bereits die Niederlande erklärt, dass sie aus Protest gegen Israel erneut nicht teilnehmen werden.
Irland und die Niederlande hatten bereits in diesem Jahr zusammen mit drei weiteren Ländern den im Mai in Wien ausgerichteten ESC boykottiert. Zuvor hatten sie einen Ausschluss Israels vom ESC wegen Israels Kriegsverbrechen im Gazastreifen gefordert.
Nach dem Sieg der bulgarischen Sängerin Dara mit ihrem Partylied „Bangaranga“ in Wien findet die 71. Ausgabe des Wettbewerbs am 15. Mai 2027 in der bulgarischen Küstenstadt Burgas statt.
Nach seinem Regelwerk muss der ESC neutral und unpolitisch sein. Nach dem Streit um die Teilnahme Israels hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalterin Mitte August entschieden, dass „Länder im Kriegszustand“ nicht Gastgeber des Musikwettbewerbs sein dürfen. Israel wurde bei der Verkündung dieser Entscheidung nicht explizit genannt.
Russland darf wegen des Ukraine-Kriegs bereits seit mehreren Jahren nicht am ESC teilnehmen. Als Reaktion darauf ließ Präsident Wladimir Putin im vergangenen Jahr den Musikwettbewerb „Intervision“ wiederbeleben, der als konservativer Gegenentwurf zur Eurovision gilt. Außenminister Sergej Lawrow erklärte dazu, bei „Intervision“ werde es „keine Perversionen und Verhöhnungen der menschlichen Natur“ geben.























