In den weltweiten bewaffneten Konflikten haben laut einem UN-Bericht 2025 erstmals Regierungstruppen die meisten Gewalttaten gegen Kinder verübt. Für den Bericht, den die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch einsehen konnte, überprüfte die UNO 38.558 Gewalttaten gegen Kinder, die vergangenes Jahr in bewaffneten Konflikten verübt wurden. Außer Tötungen, Körperverletzung und Entführungen gehörten sexualisierte Gewalt, Rekrutierung von Kindern als Kämpfer oder die Verweigerung humanitärer Hilfe dazu.
„2025 war ohne Zweifel eines der dunkelsten Kapitel in puncto Kinderschutz“ seit Beginn der Datenerhebung vor drei Jahrzehnten, erklärte die UN-Sonderbeauftragte für Kinder und bewaffnete Konflikte, Vanessa Frazier. Die mit Abstand meisten Fälle wurden demnach in Israel und den Palästinensergebieten gezählt: Dort hätten Konfliktparteien vergangenes Jahr 12.445 Gewalttaten gegen Kinder verübt. Mit 9465 Fällen seien die meisten dieser Gewalttaten auf das Konto der israelischen Armee gegangen.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „entsetzt über das Ausmaß der schweren Verstöße gegen Kinder“ in den besetzten palästinensischen Gebieten und Israel. „Ich bin erschüttert über die anhaltenden schweren Verstöße im Gazastreifen und zutiefst alarmiert über die eskalierende Gewalt im Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalems“, erklärte Guterres in dem Bericht.
Der UN-Generalsekretär verwies zudem auf einen „dramatischen Anstieg der Angriffe“ durch israelische Besatzer. Zugleich verurteilte er die „anhaltende mangelnde Rechenschaftspflicht für diese Verstöße“.
In der Ukraine wies die UNO 1899 derartige Fälle nach. Dazu zählten 94 Todesopfer und 753 Verletzte, die die russische Armee verschuldete.
Dem UN-Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr insgesamt 6266 Kinder getötet und 7958 weitere verletzt. Insgesamt 6607 Minderjährige wurden demnach von bewaffneten Gruppen rekrutiert, 8322 Kindern wurde der Zugang zu humanitärer Hilfe verweigert. Zudem wurden 4573 Kinder entführt.
Laut dem UN-Bericht sorgte der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Krieg für eine deutliche Zunahme der Gewalt gegen Kinder. So würden mit KI ausgestattete ferngesteuerte Drohnen ohne die notwendige Kontrolle im Krieg eingesetzt.






















