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Medienverband: „Gewaltsamer Übergriff“ auf CNN-Team durch Israels Armee
Der US-Sender CNN will im Westjordanland einen Bericht über einen Siedlerangriff auf Palästinenser drehen. Israelische Soldaten hindern die Journalisten daran mit Gewalt. Ein Medienverband spricht von einem „direkten Angriff auf die Pressefreiheit“.
Medienverband: „Gewaltsamer Übergriff“ auf CNN-Team durch Israels Armee
Medienverband: „Gewaltsamer Übergriff“ auf CNN-Team durch Israels Armee / Foto: dpa / DPA
vor 3 Stunden

Ein internationaler Presseverband hat der israelischen Armee die willkürliche und gewaltsame Festnahme eines CNN-Teams im Westjordanland vorgeworfen. Die Journalisten des US-Nachrichtensenders seien am Donnerstag von israelischen Soldaten festgenommen worden, als sie über die Folgen eines Angriffs israelischer Siedler sowie die Errichtung eines illegalen Außenpostens nahe dem Dorf Tajasir berichtet hätten, erklärte die Foreign Press Association (FPA) am Samstag.

Die Soldaten hätten „aggressiv ihre Gewehre“ auf das Team sowie auf anwesende palästinensische Zivilisten gerichtet, kritisierte die Organisation. Sie hätten dem Team befohlen, das Filmen einzustellen, und gedroht, die Kamera zu beschlagnahmen. Anschließend habe ein Soldat einen CNN-Fotografen von hinten in den Würgegriff genommen, ihn zu Boden gerissen und seine Kamera beschädigt.

„Dies war kein Missverständnis. Es war ein gewaltsamer Übergriff auf klar erkennbare Journalisten und ein direkter Angriff auf die Pressefreiheit“, erklärte die FPA, die hunderte Journalisten in Israel und den Palästinensergebieten vertritt. Gewehre auf Journalisten und Medienteams festzunehmen, spiegele „eine zutiefst besorgniserregende Feindseligkeit gegenüber den Medien wider und kann unter keinen Umständen geduldet werden“, mahnte die Journalistenorganisation. 

Bereits vor einigen Tagen hatte es einen Vorfall gegeben, bei dem ein CNN-Mitarbeiter nach einem Angriff durch israelische Polizisten mit einem gebrochenen Handgelenk zurückblieb.

Anstieg israelischer Siedlergewalt seit Gaza-Krieg

Mit Beginn des israelischen Vernichtungskriegs in Gaza vor zweieinhalb Jahren kam es auch im besetzten Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser. Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug dagegen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der extremistischen Siedler.

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem illegal besetzt. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen