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Nach knapper Präsidentenwahl in Republika Srpska: Abstimmung wird örtlich wiederholt
Nach einem extrem knappen Wahlausgang und Betrugsvorwürfen ordnen die Behörden eine teilweise Wiederholung der Präsidentenwahl an. Mehr als 80.000 Menschen sollen erneut abstimmen.
Nach knapper Präsidentenwahl in Republika Srpska: Abstimmung wird örtlich wiederholt
Nach knapper Präsidentenwahl in Republika Srpska: Abstimmung wird örtlich wiederholt / Foto: dpa / DPA
31. Dezember 2025

Nach dem knappen Ausgang der Präsidentenwahl in der Republika Srpska ist eine teilweise Wiederholung der Abstimmung angeordnet worden. Mehr als 80.000 Wählerinnen und Wähler sollen am 8. Februar erneut abstimmen, wie die Wahlkommission in der serbischen Teilrepublik von Bosnien und Herzegowina am Mittwoch mitteilte. Neu abgestimmt wird demnach vor allem in der nordöstlichen Stadt Zvornik sowie in Doboj und Laktasi im Norden der Republika Srpska.

Nach dem knappem Sieg eines Vertrauten des abgesetzten bosnischen Serbenführers Milorad Dodik bei der Wahl am 23. November hatte die Opposition der Regierungskoalition Wahlbetrug vorgeworfen. Die Wahlkommission ordnete zunächst eine Neuauszählung in 51 Wahllokalen an. Nun soll in 136 Wahllokalen neu abgestimmt werden, das sind etwas mehr als sechs Prozent der gesamten Wahllokale.

Der von Dodik und der Regierung unterstützte Kandidat Sinisa Karan hatte ein Ergebnis von 50,4 Prozent erreicht. Sein wichtigster, von mehreren Oppositionsparteien unterstützter Gegner, Branko Blanusa, kam auf 48,2 Prozent. Beide trennten weniger als 10.000 Stimmen.

Der Nationalist Dodik war Anfang August von der Zentralen Wahlkommission nach fast zwei Jahrzehnten an der Macht seines Amtes als Präsident der Republika Srpska enthoben worden. Vor seiner Absetzung war er verurteilt worden, weil er zwei Gesetze in Kraft gesetzt hatte, welche die Umsetzung von Entscheidungen des Hohen UN-Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina untersagten.

Auch wenn Dodik selbst bei der Wahl nicht antreten durfte, gilt er weiterhin als der eigentliche Strippenzieher hinter den Kulissen. Der 66-Jährige strebt die Abspaltung der serbischen Teilrepublik von Bosnien und Herzegowina an.

Bosnien und Herzegowina ist seit dem Friedensabkommen von Dayton aus dem Jahr 1995 aufgeteilt in die überwiegend von bosnischen Serben bewohnte Republika Srpska und die kroatisch-muslimische Föderation Bosnien und Herzegowina. Die beiden halbautonomen Landesteile haben eigene Regierungen und Parlamente und sind durch eine schwache Zentralregierung verbunden.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen