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Keine Sanktionen gegen Türkei – EU ruft im Erdgaskonflikt zu Dialog auf
In Brüssel will man trotz Druck aus Griechenland im Disput um Erdgas-Erkundungen der Türkei im Mittelmeer nicht zu Sanktionen greifen. Insbesondere Deutschland macht sich für einen direkten Dialog und militärische Deeskalation stark.
Keine Sanktionen gegen Türkei – EU ruft im Erdgaskonflikt zu Dialog auf
Das seismische Forschungsschiff der Türkei „Oruc Reis“ westlich von Antalya im Mittelmeer unterwegs.       / AFP

Die EU setzt im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer auf diplomatische Initiativen - und nicht auf neue Sanktionen gegen die Türkei. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell rief am Freitagabend nach Beratungen der EU-Außenminister zur Deeskalation und Wiederaufnahme des Dialogs auf.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte vor dem Beginn der Videokonferenz der EU-Außenminister bestätigt, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe bei einem Telefonat am Donnerstag für Gespräche zwischen den Konfliktparteien nach Abschluss der türkischen Erkundungen am 23. August geworben. Die Türkei habe dem zugestimmt.

„Wir setzen uns dafür ein, dass es zwischen den Beteiligten einen direkten Dialog gibt, der dazu beiträgt, dass wir für dieses Thema eine Lösung finden“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas zur deutschen Position. „Die Provokationen, die es dort gibt, können nicht weiter andauern - auch die türkischen Bohrungen nicht.“

Die Türkei weist die Vorwürfe illegaler Bohrungen zurück. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen sie probeweise nach Erdgas bohrt, zu ihrem Festlandsockel gehören. Derzeit ist das Forschungsschiff „Oruc Reis“ begleitet von der Marine südlich der griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo unterwegs.

Zuvor hatte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingemischt und zur Unterstützung Griechenlands die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer verstärkt. Bereits am Mittwoch soll es eine Kollision zwischen einer griechischen und einer türkischen Fregatte gegeben haben. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte dazu: „Wenn es also ein Land gibt, das schuld ist, dann Griechenland.“ Griechenland habe das Forschungsschiff „bedrängt“.

Deutschland und anderen EU-Staaten möchten keine Eskalation. Da sich weitere Konfrontationen negativ auf die Zusammenarbeit mit der Türkei auswirken könnte - unter anderem in der Flüchtlingspolitik.

Laut dem griechischen Nachrichtenportal „Ekathimerini“ wollte Griechenland eine „härtere Linie“ der EU gegenüber der Türkei erzwingen. Deutschland soll sich dagegen positioniert haben. „Deutsche Beamte waren jedoch anderer Meinung“, heißt es unter Verweis auf ein beschlossenes Seegrenzabkommen Griechenlands mit Ägypten. Dieses hatte die Spannungen mit der Türkei verschärft. Zudem scheiterten Sondierungsgespräche, die Deutschland zwischen Athen und Ankara vermitteln wollte.

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QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen