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USA: Erste Schritte bei „Pilotzonen“ im Südlibanon
Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und der libanesischen Regierung. Nun verkündet das US-Außenministerium einen weiteren Schritt. Der libanesische Widerstand ist jedoch skeptisch.
USA: Erste Schritte bei „Pilotzonen“ im Südlibanon
21.07.2026, Libanon, Froun: Ein libanesisches Militärfahrzeug fährt durch das Dorf Froun im Südlibanon / dpa

In drei Ortschaften im Südlibanon haben erste Maßnahmen zur Umsetzung einer zwischen Israel und dem Libanon vereinbarten Sicherheitsregelung begonnen. Sogenannte Pilotzonen seien gemäß einem trilateralen Rahmenabkommen in den Orten Frun, Srifa und Sautar al-Gharbija etabliert worden, teilte das US-Außenministerium am Montag mit. Die US-Regierung wolle weiterhin mit beiden Parteien zusammenarbeiten, um das Rahmenabkommen umzusetzen, hieß es weiter.

In den sogenannten Pilotzonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.

Aus Israel und dem Libanon gab es zunächst keine Bestätigung für den Schritt. Erst am Abend hieß es in einer Mitteilung des Militärs, das Programm sei am Montag gestartet worden. Im Rahmen des Pilotprojekts koordinierten und planten Teams der israelischen Streitkräfte, des US-Militärs und der libanesischen Streitkräfte die weitere Umsetzung des Abkommens, hieß es darin. Auf jeden Verstoß gegen das Abkommen werde energisch reagiert werden.

Am heutigen Dienstag wird Libanons Präsident Joseph Aoun zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus erwartet. Aoun hatte sich zuvor von dem Treffen einen Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon versprochen.

Beide Länder hatten sich Ende Juni in Washington auf ein Rahmenabkommen geeinigt, die den Weg zu einem umfassenden Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon ebnen soll. Darin wird unter anderem der Abzug von israelischen Truppen gefordert, was aber an eine Entwaffnung der Hisbollah-Miliz geknüpft ist.

Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung und eine Entwaffnung ab. Es wird befürchtet, dass Israel ansonsten widerstandslos Gebiete im Libanon besetzen könnte. Die Hisbollah gilt in puncto Bewaffnung und Kampfkraft der regulären Armee des Libanon als überlegen. Die libanesische reguläre Armee verfügt über keine schwere Luftwaffe oder moderne Luftabwehr.

Seit Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran Ende Februar ist auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und Hisbollah wieder eskaliert. Nach libanesischen Angaben wurden seit Anfang März mehr als 4.300 Menschen durch israelische Angriffe getötet und mindestens 12.200 weitere verletzt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen