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Saudi-arabisches Schiff im Roten Meer beschossen
Nach Drohungen der Huthi gegen saudi-arabische Schiffe wächst die Sorge um den Schiffsverkehr im Roten Meer - und um die Folgen für den Welthandel. Nun gibt es einen neuen Zwischenfall.
Saudi-arabisches Schiff im Roten Meer beschossen
06.04.2026, Jemen, Mokha: Ein LPG-Tanker (Flüssiggas) fährt in den Gewässern nördlich der Straße von Bab al-Mandab / dpa

Ein Schiff einer Reederei aus Saudi-Arabien ist im Roten Meer angegriffen worden. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Feuer ausgelöst habe, teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mit. Verletzte gebe es nicht.

Ein Beamter der saudi-arabischen Verkehrsbehörde TGA sagte der amtlichen Nachrichtenagentur Spa, der Brand sei am Bug der „Encelia“ ausgebrochen, die Besatzung sei in Sicherheit. Der Angriff verstoße gegen das Völkerrecht und das Prinzip der sicheren Passage von Handelsschiffen. Der Vorfall ereignete sich laut UKMTO knapp 130 Kilometer südwestlich des Küstenorts Al-Schukaik in Saudi-Arabien.

Die Huthi-Miliz im Jemen teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene Blockade im Roten Meer verletzt hätten. Das berichtete die jemenitische Nachrichtenagentur Saba. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden.

Huthi verkünden „Verbot der Schifffahrt“ für Saudi-Arabien

Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudi-arabische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, das seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die Gruppe führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein „Verbot der Schifffahrt“, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Er ließ aber offen, in welchen Gewässern das Verbot gelten solle.

Die Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer.

In den vergangenen Jahren beeinträchtigten die Huthi mit Angriffen im Roten Meer - als Reaktion auf den israelischen Vernichtungskrieg in Gaza - den Welthandel mehrfach massiv. Die jemenitische Miliz warnte in der Vergangenheit mehrmals, Blockaden gegen Schiffe mit Verbindungen zu Israel wiederaufzunehmen. Grund dafür ist der Lieferstopp von Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern nach Gaza durch Israel.

Durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab („Tor der Tränen“ oder „Tor der Klagen“) vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.

Israelischer Vernichtungskrieg in Gaza

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Viele Experten und Menschenrechtsorganisationen stufen diesen als Genozid ein. 

Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden allein während der Waffenruhe mindestens 1.181 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 fast 73.300 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 173.800 weitere. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen