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DGB-Chefin: „Deutschland hat kein Problem mit dem Arbeitsvolumen“
Vize-Kanzler Klingbeil fordert von der Gesellschaft mehr Arbeit – DGB-Chefin Fahimi widerspricht und weist auf die Verhältnisse im europäischen Ausland hin.
DGB-Chefin: „Deutschland hat kein Problem mit dem Arbeitsvolumen“
Foto: Liesa Johannssen/REUTERS (Archiv)
vor 4 Stunden

Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat zentrale Aussagen von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) zur Arbeits-und Rentenpolitik zurückgewiesen. Deutschland habe kein Problem mit dem Arbeitsvolumen, hier werde grundsätzlich genug gearbeitet, sagte Fahimi dem „Tagesspiegel“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Die Gewerkschaftschefin widersprach damit Klingbeils jüngster Forderung, die Gesellschaft müsse insgesamt mehr arbeiten. „Oder was soll der Industriearbeiter, der gerade auf Kurzarbeit ist, von solchen Aussagen halten? Oder die 120.000 Menschen, die 2025 in der Industrie ihren Job verloren haben?“, fragte Fahimi. In Vollzeitjobs werde in Deutschland nicht weniger gearbeitet als im europäischen Ausland.

Auch Klingbeils Aussage, Deutschland müsse aufhören, ein früheres Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu fördern, bezeichnete Fahimi als falsch. Wer länger arbeiten wolle, könne dies bereits tun – vielen fehle aber schlicht die Möglichkeit. Die gestiegene Erwerbsquote Älterer sei kein Erfolg der Rente mit 67, sondern einer verbesserten Arbeitsmarktpolitik. Kritisch äußerte sich die frühere SPD-Generalsekretärin zudem zum Profil ihrer ehemaligen Partei. Das Feedback, wonach 60 Prozent der Menschen die SPD als Partei der Transferleistungsempfänger wahrnähmen, müsse die Sozialdemokratie „sehr ernst nehmen“, sagte sie. „Das Profil der SPD ist offenbar zu unscharf.“


QUELLE:REUTERS