Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ blickt auf den künftigen Vorsitz der AfD in der Kinderkommission des Deutschen Bundestags mit Sorge. Die Kommission trage eine besondere Verantwortung für die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen, sagte Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks, am Samstag in Aachen. Der Vorsitz sei „nicht nur ein organisatorisches Amt, sondern ein wichtiges politisches Signal“.
Ab Montag übernimmt die AfD-Abgeordnete Angela Rudzka den Vorsitz des Gremiums. Wie die „Rheinische Post“ berichtete, lehnten die übrigen Fraktionen das von Rudzka vorgelegte Arbeitsprogramm ab. Der bisherige Vorsitzende Michael Hose (CDU) sagte, die AfD sei in der Vergangenheit in Teilen nicht anwesend gewesen und habe sich „nur sehr begrenzt an der Sacharbeit beteiligt“.
Bingener warnte zudem, politische Positionen, „die Ausgrenzung betreiben, Vielfalt in Frage stellen oder Solidarität begrenzen“, stünden im Widerspruch zu den Werten der Kinderkommission. Kinderrechte seien „unteilbar“ und müssten für alle Kinder gelten – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status.
Die Kinderkommission benötige einen Vorsitz, der Vertrauen schaffe „bei Familien, bei Fachorganisationen, bei Kirchen und zivilgesellschaftlichen Initiativen und nicht zuletzt bei den Kindern selbst“, so Bingener. Der Vorsitz durch die AfD belaste dieses Vertrauen erheblich. Die Kommission müsse ein Ort bleiben, „in dem christliche Werte von Achtung, Verantwortung und Zusammenhalt praktisch wirksam werden“.
Die AfD-Politikerin Rudzka kritisierte laut „Rheinischer Post“: „Offenbar geht es manchen Fraktionen nicht um die Sache, sondern darum, parlamentarische Arbeit unter AfD-Vorsitz grundsätzlich zu blockieren.“ Der SPD-Abgeordnete Truels Reichardt entgegnete, die AfD starte „mal wieder eine Empörungswelle“ und begebe sich „in die Opferrolle“.
Die Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder (Kinderkommission) im Bundestag wurde 1988 gegründet. Sie ist ein Unterausschuss des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Am Montag wechselt der Vorsitz in dem Gremium turnusmäßig von dem CDU-Abgeordneten Michael Hose an die AfD-Abgeordnete Angela Rudzka.
















