Die UNO hat Zugang zum Gazastreifen gefordert, um die Leichen von Palästinensern zu untersuchen, die bei israelischen Angriffen getötet wurden. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk verlangte am Dienstag, dass „internationalen Ermittlern der Zugang zu allen Teilen des Gazastreifens gestattet wird, um bei der Beweissicherung zu helfen“. Die derzeit laufende Bergung sterblicher Überreste überwiegend von Frauen und Kindern in dem Palästinensergebiet verweise auf die Möglichkeit, dass dort womöglich Kriegsverbrechen durch Israel begangen worden sein könnten.
Die sterblichen Überreste „ganzer Familien“ würden an Orten freigelegt, „die durch israelische Angriffe dem Erdboden gleichgemacht wurden“, erklärte Türk. „Ich fürchte, dass die bislang geborgenen Überreste nur die Spitze des Eisbergs sein könnten.“ Der UN-Menschenrechtskommissar verwies zudem darauf, dass immer noch „viele Gebiete im Gazastreifen, in denen die israelische Armee im Einsatz ist, weiterhin von Bulldozern planiert werden, ohne Respekt für die Toten unter den Trümmern“.
Es sei entscheidend, Beweise für Rechtsverletzungen zu sichern, auch an zerstörten Orten. Dabei müsse jede Anstrengung unternommen werden, „um diese Opfer zu dokumentieren und zu identifizieren, forensische Informationen und biologische Proben zu sichern, ihre Begräbnisorte zu erfassen und ihre Familien zu informieren“, forderte Türk.
Nach Angaben der Zivilschutzbehörde im Gazastreifen wurden seit dem vergangenen November mehr als 630 Leichen geborgen. Türks Büro zufolge schätzt der Zivilschutz die Gesamtzahl der unter den Trümmern Vermissten auf mehr als 8000.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.
Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 73.780 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 174.798 weitere.























