Mit einer großangelegten Übung trainiert die Bundeswehr in Estland die Versorgung und Behandlung von Verwundeten an der Nato-Ostflanke. Erstmals wurde dafür aus Deutschland ein komplettes mobiles Krankenhaus, im Jargon der Truppe Einsatzlazarett genannt, in den baltischen EU-Staat verlegt, der an Russland grenzt. Schwerpunkt der Nato-Übung „Vigorous Warrior“ ist die Versorgung vieler Verletzter nach intensiven Kampfeinsätzen.
„Der Transport, Aufbau und Betrieb dieser großen Sanitätseinrichtung muss geübt werden, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein“, sagte Oberstapotheker Hendrik Ploß der Deutschen Presse-Agentur bei einem Besuch der Übung. Bei den Szenarien orientiert sich die Bundeswehr an typischen Verletzungen, die aus dem Abwehrkampf der Ukraine gegen den Einmarsch Russlands bekannt sind und deshalb relevant sein könnten.
Knapp 170 Seecontainer mit Material
Ein Einsatzlazarett ist ein mobiles Krankenhaus, das wie eine Art Puzzle aus Containern und Zelten in Modulbauweise aufgebaut und zusammengefügt wird. Errichtet wurde es in großen Lagerhallen im Hafen von Muuga nahe der Hauptstadt Tallinn. Dazu wurden knapp 170 Seecontainer mit Material und Ausrüstung sowie Rettungsfahrzeugen per Fähre nach Estland gebracht.
„Vigorous Warrior“ ist die größte und wichtigste medizinische Übung der Nato und findet alle zwei Jahre statt. Der Ukraine-Krieg wird in Estland als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit gesehen.























