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Nach Boykott-Aufruf wegen Israel: Allianz setzt Sponsoring für spanisches Festival aus
Wegen seiner umstrittenen Verbindungen zu Israel gerät der deutsche Versicherungskonzern Allianz ins Visier spanischer Kulturschaffender. Nach einem Boykott-Aufruf setzt der Konzern sein Sponsoring für ein Festival aus.
Nach Boykott-Aufruf wegen Israel: Allianz setzt Sponsoring für spanisches Festival aus
Nach Boykott-Aufruf wegen Israel: Allianz setzt Sponsoring für spanisches Festival aus / Foto: Andreas Gebert/dpa

Nach einem Boykott-Aufruf prominenter Kulturschaffender in Spanien hat die Allianz ihre finanzielle Unterstützung für ein wichtiges Festival in dem Land zurückgezogen. Die Veranstalter teilten am Dienstag mit, sie seien mit dem deutschen Top-Sponsor übereingekommen, die Unterstützung für das Event auszusetzen. Mehr als 20 Vertreter aus Literatur, Musik, Philosophie und Film hatten dem deutschen Kreditversicherer seine Verbindungen zu Israel vorgeworfen.

„Beide Seiten sind sich einig, dass das Festival weiterhin ein Ort für den freien Ideenaustausch, offene Debatten und Meinungsvielfalt sein soll, ohne dass externe Kontroversen von dessen Programm, den Teilnehmenden oder dem Publikum ablenken“, erklärten die Organisatoren zum Rückzug der Allianz.

Das Festival sollte demnach am Donnerstag beginnen und vier Tage dauern. Erwartet wurde unter anderem die britische Schriftstellerin Zadie Smith, die als vehemente Israel-Kritikerin gilt.

Schwere Vorwürfe gegen Allianz

Die spanischen Kulturvertreter warfen der Allianz in einer Stellungnahme vor, als „der weltweit größte Käufer israelischer Staatsanleihen“ „ein wesentlicher finanzieller Unterstützer des andauernden Völkermords“ zu sein. Zu den Unterzeichnern gehört der für einen Oscar nominierte spanische Regisseur Rodrigo Sorogoyen.

Spanische Medien zitierten eine separate Stellungnahme der Allianz, in der das Unternehmen die erhobenen Vorwürfe „entschieden zurückwies“ und betonte: „Wir stehen zu unserer verantwortungsvollen Geschäftspraxis.“

Die Beziehungen zwischen Spanien und Israel sind seit Beginn des israelischen Vernichtungskriegs im Gazastreifen angespannt. Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez bezeichnete Israels Krieg im Gazastreifen als „Völkermord“. Madrid erkannte im Jahr 2024 zudem Palästina als Staat an. Israel rief daraufhin seinen Botschafter in Madrid zurück. Madrid unterzeichnete außerdem eine von Großbritannien angestoßene internationale Initiative zur Sanktionierung des Handels mit Produkten aus dem von Israel besetzten Westjordanland.

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.

Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 74.000 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 174.000 weitere.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen