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Aktivisten: Weitere 6,7 Millionen Vertriebene in zwei Jahren erwartet
Kriege und Gewalt zwingen Millionen Menschen zur Flucht. Gleichzeitig verschärfen massive Hilfskürzungen die humanitäre Krise in den betroffenen Regionen. Der Dänische Flüchtlingsrat warnt vor einer dramatischen Zuspitzung der Lage.
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Aktivisten: Weitere 6,7 Millionen Vertriebene in zwei Jahren erwartet
Archiv - 17. Oktober 2020, Spanien, Kanaren: Ein Holzboot, mit dem Flüchtlinge aus Marokko über den Atlantischen Ozean gefahren sind, liegt an der Küste der Kanarischen Inseln. / Foto: dpa / Foto: DPA (dpa) / DPA
14. März 2025

Kriege, Konflikte, Gewalt und Verfolgung führen einer Nichtregierungsorganisation zufolge voraussichtlich zur Vertreibung von 6,7 Millionen Menschen in den kommenden zwei Jahren. Die „verheerenden“ Kürzungen der internationalen Hilfe durch Länder wie die USA, Deutschland und Großbritannien würden Millionen schutzbedürftiger Menschen ohne lebensnotwendige Unterstützung zurücklassen, erklärte der Dänische Flüchtlingsrat (DRC) am Freitag.

„Wir leben in einem Zeitalter des Krieges und der Straflosigkeit, und die Zivilbevölkerung zahlt den höchsten Preis“, erklärte DRC-Generalsekretärin Charlotte Slente.

Derzeit liegt die Zahl der weltweit Vertriebenen laut der Organisation bei 122,6 Millionen. Für das laufende Jahr werde ein Höchststand von 4,2 Millionen zusätzlichen Vertriebenen erwartet – so viele wie seit 2021 nicht mehr. Für das kommende Jahr werde mit 2,5 Millionen Vertriebenen gerechnet.

Den Schätzungen zufolge werden die Bürgerkriege im Sudan und in Myanmar fast die Hälfte der erwarteten Vertreibungen ausmachen. Von den 6,7 Millionen prognostizierten Vertriebenen in den nächsten beiden Jahren würden rund 70 Prozent innerhalb ihres Landes vertrieben.

DRC-Generalsekretärin Slente erklärte, die wichtigsten Geberländer würden ihre Pflicht vernachlässigen und „Millionen von Menschen leiden“ lassen. „Das ist nicht nur eine Krise. Das ist ein moralisches Versagen“, fuhr sie fort. Slente kritisierte die Streichung von 83 Prozent der humanitären Hilfsprogramme der US-Entwicklungshilfebehörde USAID durch Präsident Donald Trump. Dies sei „Verrat an den Schwächsten“.

QUELLE:AFP