GESELLSCHAFT
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Islamrat kritisiert AfD-Forderung nach Kopftuchverbot für Schülerinnen
Die AfD-Fraktion fordert ein Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren nach Vorbild Österreichs. Der Islamrat-Vorsitzende Kesici spricht von Ausgrenzung und warnt vor einer weiteren gesellschaftlichen Polarisierung.
Islamrat kritisiert AfD-Forderung nach Kopftuchverbot für Schülerinnen
Vorsitzender des Islamrats, Burhan Kesici. Foto: AA / َAA

Der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, hat die Forderung der rechtspopulistischen AfD-Fraktion nach einem Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren an öffentlichen Schulen kritisiert. Der Vorstoß stelle eine Ausgrenzung der in Deutschland lebenden Muslime dar, sagte Kesici der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Die Religionsfreiheit werde in Deutschland durch das Grundgesetz geschützt.

Kesici äußerte die Vermutung, dass der umstrittene Vorstoß mit den anstehenden Landtagswahlen zusammenhänge. Die Muslime hierbei zum Gegenstand politischer Debatten zu machen, würde die gesellschaftliche Polarisierung vertiefen, so Kesici. 

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Przygodda hatte am Montag in einer Mitteilung ein Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren an öffentlichen Schulen gefordert. Vor dem Hintergrund des neuen Verbots in Österreich verlangte sie eine vergleichbare Regelung in Deutschland. Einen entsprechenden Antrag hatte die AfD-Fraktion bereits zuvor in den Bundestag eingebracht. In Österreich tritt das umstrittene Kopftuchverbot mit Beginn des neuen Schuljahres in Kraft.

Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland ist eine der großen islamischen Dachorganisationen und Religionsgemeinschaften in Deutschland. Ihm gehören rund 400 Moscheegemeinden und fast 40 Mitgliedsorganisationen an – die größte davon ist die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG). 

QUELLE:TRT Deutsch