Alle Verdächtigen der Bombenanschläge von 2013 in der südtürkischen Stadtgemeinde Reyhanlı sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen inzwischen gefasst worden. Demnach wurde zuletzt Mihraç Ural bei einer gemeinsamen Operation des türkischen Nachrichtendienstes MIT mit dem syrischen Nachrichtendienst an der Grenze festgenommen. Er habe versucht, ins Ausland zu fliehen, hieß es am Donnerstag.
Ural stand in der „roten“ und damit höchsten Kategorie der türkischen Terror-Fahndungsliste. Seine Festnahme bildet den Abschluss einer Reihe von Operationen unter Koordination des MIT. Bereits 2018 war der Tatverdächtige Yusuf Nazik gefasst worden. Im Jahr 2025 folgten Muhammed Dib Koralı und Temir Dükancı, im Oktober 2026 schließlich Ömer el-Hatip. Alle vier Männer wurden nach ihrer Festnahme nach Türkiye gebracht.
Bei den beiden Bombenanschlägen am 11. Mai 2013 in Reyhanlı in der türkischen Provinz Hatay wurden insgesamt 53 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Die Sprengsätze explodierten nahe dem Rathaus und vor einem Postgebäude.
Festnahmen in Syrien und im Grenzgebiet
Yusuf Nazik, der als einer der Organisatoren der tödlichen Anschläge gilt, war am 12. September 2018 bei einer MIT-Operation in der syrischen Küstenstadt Latakia festgenommen und nach Türkiye gebracht worden.
Muhammed Dib Koralı soll an der Planung der Anschläge und der Beschaffung der Sprengsätze beteiligt gewesen sein. Nach einer Operation in Syrien wurde er am 14. Januar 2025 nach Türkiye überstellt.
Temir Dükancı wurde im syrisch-libanesischen Grenzgebiet gefasst. Er stand in der „orangen Kategorie“ der türkischen Terror-Fahndungsliste. Den Sicherheitskreisen zufolge soll er geholfen haben, den verwendeten Sprengstoff auf dem Seeweg nach Türkiye zu bringen, und Fahrzeuge für dessen Transport beschafft haben.
Der mit einer „Red Notice“, also mit einem weltweiten Ersuchen von Interpol an nationale Strafverfolgungsbehörden, versehen gesuchte Ömer el-Hatip wurde am 1. Oktober 2026 vom MIT festgenommen. Er soll versucht haben, auf dem Seeweg nach Europa zu fliehen. Ihm wird vorgeworfen, an der Planung und Organisation der Anschläge beteiligt gewesen zu sein.




























