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Nach US-israelischen Angriffen: Schiffsverkehr in Hormus um 94 Prozent eingebrochen
Seit Beginn des Iran-Krieges haben nur 77 Schiffe die Straße von Hormus passiert. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 waren es noch knapp 1300. Durch die Meerenge verläuft normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports.
Nach US-israelischen Angriffen: Schiffsverkehr in Hormus um 94 Prozent eingebrochen
Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan / Foto: Altaf Qadri/AP/dpa / DPA
vor 2 Stunden

Seit dem Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran vor zwei Wochen haben einer auf Seetransporte spezialisierten Website zufolge nur 77 Schiffe die Straße von Hormus passiert. Mehr als die Hälfte dieser Schiffe gehöre zur sogenannten Schattenflotte, erklärte „Lloyd’s List Intelligence“ am Freitag. Damit sind die häufig veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe gemeint, mit denen insbesondere Russland und der Iran internationale Sanktionen umgehen.

Die seit Monatsbeginn verzeichneten 77 Durchfahrten durch die Straße von Hormus bedeuten „Lloyd’s List Intelligence“ zufolge einen massiven Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vom 1. bis zum 11. März 2025 wurden demnach 1299 Durchfahrten registriert.

Mit Beginn der völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffe am 28. Februar wurde die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, vom iranischen Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Zudem beschoss der Iran auch Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Seit Anfang März wurden „UK Maritime Trade Operations“ zufolge 20 Handelsschiffe, darunter neun Öltanker, angegriffen oder es wurden Vorfälle gemeldet. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) bestätigte 16 Vorfälle in dem Gebiet, darunter acht mit Öltankern.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen UN-Botschafters Amir Saeid Iravani töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.444 Zivilisten im Iran. Mehr als 17.000 Zivilisten wurden demnach verletzt. 

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 39 Tote und Hunderte Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen