Die 18- bis 34-Jährigen trauen einer Umfrage zufolge vor allem der Linken und der rechtspopulistischen AfD zu, sich für ihre Interessen einzusetzen. 29 Prozent nennen die Linke, 21 Prozent die AfD. Deutlich weniger Vertrauen genießen die Grünen (12 Prozent), die Union (5 Prozent) und die SPD (3 Prozent). Das geht aus dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend hervor, für den Infratest dimap knapp 1.300 Wahlberechtigte befragt hat.
Auch bei konkreten politischen Aufgaben sehen junge Menschen die größten Kompetenzen häufig bei der Linken und der AfD. In der Bildungspolitik liegen beide mit 20 beziehungsweise 18 Prozent vorn. Beim bezahlbaren Wohnraum führt die Linke mit 32 Prozent vor der AfD (19 Prozent). Bei der sozialen Gerechtigkeit liegt die Linke ebenfalls vorn (32 Prozent), gefolgt von SPD (17 Prozent) und AfD (14 Prozent). Die Regierungsparteien Union und SPD können dagegen vor allem bei den über 65-Jährigen punkten.
Breites Verständnis für Jugendproteste
Für die Anliegen der jungen Generation gibt es zugleich breite Unterstützung: 73 Prozent der Bevölkerung haben Verständnis für die Protestaktionen, zu denen die Initiative „Gen Z regelt“ am vergangenen Wochenende aufgerufen hatte. 22 Prozent äußern kein Verständnis. 82 Prozent sind zudem der Auffassung, dass die Politik die Anliegen junger Menschen weniger gut oder schlecht berücksichtigt.
Umstritten bleibt die neue Wehrdienstregelung. Insgesamt halten 64 Prozent die seit Januar geltende Regelung für richtig, nach der junge Männer ab dem Jahrgang 2008 einen Fragebogen ausfüllen und schrittweise zur Musterung müssen. Unter den 18- bis 34-Jährigen sind 48 Prozent dafür, 42 Prozent dagegen. Der Wehrdienst selbst bleibt freiwillig.
Junge sehen schlechtere Wohlstandschancen
58 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die heutige junge Generation es schwerer hat als frühere, eigenen Wohlstand aufzubauen. Bei den 18- bis 34-Jährigen teilen sogar 72 Prozent diese Einschätzung. Während insgesamt 54 Prozent glauben, dass jeder durch Fleiß und Leistung zu Wohlstand kommen kann, widersprechen dieser Aussage unter den Jüngeren 55 Prozent.
Für den ARD-Deutschlandtrend befragte Infratest dimap vom 2. bis 4. November 2026 insgesamt 1.297 Wahlberechtigte telefonisch und online. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ.























