WELT
1 Min. Lesezeit
Ceuta: Spanien bittet Frontex um Hilfe
Nach dem Ansturm auf Ceuta bittet Spanien die Grenzschutzagentur Frontex um Unterstützung bei der Registrierung Tausender Geflüchteter. Die nordafrikanische Enklave kommt derweil nicht zur Ruhe.
Ceuta: Spanien bittet Frontex um Hilfe
Foto: -/REUTERS (Archiv)

Spanien bittet die europäische Grenzschutzagentur Frontex um Unterstützung bei der Registrierung von Geflüchteten in seiner nordafrikanischen Enklave Ceuta. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska richtete am Freitag ein entsprechendes Gesuch an die Generaldirektorin für Migration und Inneres der Europäischen Kommission, Beate Gminder. 

Hintergrund ist ein beispielloser Ansturm vor knapp einem Monat: Am 30. Juli waren mindestens 72.000 Menschen über die Grenze gelangt. Dabei kamen auf spanischer Seite 82 Flüchtlinge ums Leben, Marokko bestätigte zudem 14 weitere Todesfälle. Nach Angaben der Behörden halten sich derzeit noch zwischen 5.000 und 8.000 Menschen in Ceuta auf. Spanien fordert zehn zusätzliche Frontex-Beamte zur Unterstützung an.

In der Enklave wachsen die Spannungen. Anwohner forderten bei Protesten den Abzug der Geflüchteten. Zudem wurden Zelte von ihnen am Strand angegriffen und in Brand gesteckt. Am Donnerstag wurden zwölf Flüchtlinge festgenommen, nachdem sie ein Militärfahrzeug mit Steinen beworfen hatten. Dabei wurden ein Soldat und vier Flüchtlinge verletzt. Elf der Festgenommenen seien aus Ceuta ausgewiesen worden, berichtete die Zeitung „El Pais“ am Freitag unter Berufung auf Kreise des örtlichen Hauptgerichts.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen