Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat bei seinem Staatsbesuch in Südkorea für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder geworben. Dazu traf er am Mittwoch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul führende Vertreter südkoreanischer Großunternehmen.
An den Gesprächen nahmen unter anderem der Vorsitzende der Hyundai Motor Group, Chung Euisun, sowie die Vorstandschefs von LG Electronics, Samsung Electronics und dem Biotechnologieunternehmen Celltrion teil. Auch Vertreter der Chemie- und Energiebranche waren dabei. Die Treffen sind Teil der Bemühungen Ankaras, die Partnerschaften mit Südkorea in strategischen Branchen auszubauen und weitere Investitionen anzuziehen.
Tags zuvor war der türkische Staatschef von seinem Amtskollegen Lee Jae Myung im südkoreanischen Präsidentenpalast empfangen worden. Im Mittelpunkt der Gespräche standen dabei die Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und Kernenergie. Die beiden Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit bei der Finanzierung von Kernkraftwerken. Auch eine engere Kooperation in der Verteidigungsindustrie stand auf der Agenda.
Der dreitägige Staatsbesuch Erdoğans, den er in Begleitung einer hochrangigen Delegation und First Lady Emine Erdoğan absolvierte, soll die wirtschaftlichen und strategischen Beziehungen zwischen Türkiye und Südkorea weiter stärken. Beide Länder wollen ihr bilaterales Handelsvolumen von zuletzt rund elf Milliarden Dollar auf 15 Milliarden Dollar steigern.
Erdoğan betont historische Verbundenheit
Bei einem ihm zu Ehren ausgerichteten Staatsbankett am Dienstag hob Erdoğan die historischen Verbindungen zwischen den beiden Ländern hervor. Unter Verweis auf ein koreanisches Sprichwort sagte er: „Es heißt, selbst wenn sich die Säume zweier Kleidungsstücke nur leicht berühren, ist das Schicksal.“
Erdoğan erinnerte an den Koreakrieg und erklärte, beide Länder seien vor 76 Jahren bei der Verteidigung der Unabhängigkeit Südkoreas zu „Waffenbrüdern“ geworden. Türkiye stellte im Koreakrieg (1950 - 1953) als NATO-Mitglied mit vier Brigaden und insgesamt 21.212 Soldaten die viertgrößte Truppe, und verzeichnete im Ländervergleich mit rund 900 Gefallenen oder Vermissten die drittgrößte Zahl an Verlusten. Auf dem UN-Gedenkfriedhof im südkoreanischen Busan ruhen derzeit 462 türkische Soldaten.
Auf Grundlage ihrer gemeinsamen Geschichte sollten Türkiye und Südkorea neue Chancen für Wohlstand schaffen und einen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten, fügte der türkische Staatschef hinzu.























