Ein 20-jähriger palästinensischer Student ist nach palästinensischen Angaben bei einem Angriff extremistischer israelischer Siedler auf ein Dorf im Westjordanland getötet worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Roter Halbmond wurden zwei weitere Menschen bei dem Vorfall in dem Ort Hadscha nahe der Palästinenserstadt Kalkilia durch Schüsse verletzt.
Nach Angaben aus dem Dorf kamen extremistische Siedler am Sonntagabend in den Ort und eröffneten das Feuer auf Einwohner. Der Student sei am Kopf getroffen worden und später seinen Verletzungen erlegen. Ein weiterer Palästinenser sei in kritischem Zustand.
Die israelische Armee teilte auf Anfrage der dpa mit, Soldaten seien nach einem Bericht über Konfrontationen zwischen Palästinensern und Israelis, die in das Dorf eingedrungen seien, nach Hadscha entsandt worden. Die Soldaten hätten dann nach Warnschüssen auf Palästinenser geschossen, die Steine geworfen haben sollen. Der Vorfall werde untersucht.
Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler. Sie dringen in palästinensische Dörfer ein, verüben Brandanschläge und zünden Felder und Olivenhaine an. Die israelische Armee schreitet meist nicht ein, sondern schützt die Angreifer oder beteiligt sich selbst an Angriffen.
Eine UN-Untersuchungskommission für Palästina kam im Juni zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Besatzungstruppen die Siedlergewalt dulden oder unterstützen. Israelische Truppen sind demnach immer wieder an Siedlerangriffen beteiligt, bei denen Palästinenser verletzt, getötet oder vertrieben werden.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.























