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Prozess gegen 21 Serben wegen Massaker im Jahr 1999 im Kosovo eröffnet
Mehr als 27 Jahre nach dem Massaker von Recak hat im Kosovo der Prozess gegen 21 frühere serbische Amtsträger begonnen. Den Angeklagten werden unter anderem Mord und Folter vorgeworfen.
Prozess gegen 21 Serben wegen Massaker im Jahr 1999 im Kosovo eröffnet
Prozess gegen 21 Serben wegen Massaker im Jahr 1999 im Kosovo eröffnet / Foto: AA

Mehr als 27 Jahre nach dem Massaker von Recak im Kosovo hat am Freitag in der kosovarischen Hauptstadt Pristina ein Prozess gegen 21 frühere serbische Amtsträger begonnen. Den Angeklagten werden unter anderem Mord, Folter, unmenschliche Behandlung und Vertreibung von Zivilisten nach Albanien vorgeworfen, keiner von ihnen erschien jedoch vor Gericht. Das Massaker von Recak im Januar 1999 hatte entscheidenden Einfluss auf den Verlauf des Kosovo-Kriegs.

Die Vorsitzende Richterin Violeta Namani Hajra sagte, das Verfahren werde trotz der Abwesenheit der Angeklagten eröffnet. Die Männer werden durch vom Anwaltsverband bestellte Verteidiger vertreten. Gegen sie wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft internationale Haftbefehle erlassen.

Zu den Beschuldigten gehören der frühere serbische Polizeichef Obrad Stevanovic, der damalige Geheimdienstchef Radomir Markovic und der für Sondereinsätze zuständige Polizeigeneral Goran Radosavljevic.

Nach Darstellung der Anklage waren die Männer an der Planung oder Ausführung des Angriffs auf die Ortschaft Recak (serbisch Racak) im Januar 1999 beteiligt. Serbische Kräfte hätten das Dorf zunächst beschossen, anschließend Häuser durchsucht und 42 unbewaffnete Zivilisten aus nächster Nähe erschossen. Die Tötungen seien keine Folge von Kämpfen, sondern „vorsätzliche, geplante und systematische Hinrichtungen“ gewesen, heißt es in der Anklageschrift.

Das Massaker gehört zu den schwersten Kriegsverbrechen gegen Zivilisten im Kosovo-Krieg (1998 bis 1999). Zugleich markierte es einen Wendepunkt in dem Krieg: Die Empörung über die Vorfälle in dem Dorf führte dazu, dass die Nato völkerrechtswidrige Luftangriffe ohne UN-Mandat auf die Truppen des damaligen serbischen Machthabers Slobodan Milosevic aufnahm. Milosevics Kämpfer zogen sich daraufhin aus dem Kosovo zurück, die UNO startete eine Mission in dem Gebiet. 2008 erklärte sich das Kosovo schließlich für unabhängig. Belgrad erkennt den Schritt bis heute nicht an.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen