Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat mit Genugtuung auf die umstrittene Amtsenthebung des früheren Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan, reagiert. Khan sei ein „Hochstapler“ und habe den Haftbefehl gegen ihn beantragt, um angeblich von den Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens gegen sich selbst abzulenken, behauptete Netanjahu am Sonntag beim US-Sender Fox News.
Khan war seit Juni 2021 Chefankläger am IStGH und hatte 2024 Haftbefehle gegen Netanjahu und den damaligen israelischen Verteidigungsminister Joav Gallant wegen des Vorwurfs der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und von Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg erwirkt.
„Er dachte: Wenn es eine Anklage gibt, behalte ich meinen Job. Es gab eine Anklage, und er verlor seinen Job“, sagte Netanjahu. Khan sei von einer großen Mehrheit der Vertragsstaaten abgesetzt worden, weil diese gewusst hätten, dass er ein „Hochstapler“ sei.
Die Vertragsstaaten des IStGH hatten am Freitag in New York für Khans Amtsenthebung wegen „groben Fehlverhaltens“ und einer „schwerwiegenden Verletzung der Pflichten seines Amtes“ gestimmt. 82 der 125 Mitgliedsländer votierten für seine Absetzung. Khans Anwalt kündigte an, die Entscheidung mit allen verfügbaren rechtlichen Mitteln anzufechten.
Eine frühere Mitarbeiterin wirft dem 56-jährigen Briten sexuelle Übergriffe vor. Khan weist die Anschuldigungen in vollem Umfang zurück. Er wertet diese als Intrige im Interesse Israels. Die Mitarbeiterin „Sarah“ wies im CNN-Interview die Aussage zurück, sie agiere im Auftrag oder Interesse Israels. Khan hatte sein Amt im Mai 2025 vorläufig niedergelegt und war im Juni formell suspendiert worden.
Israel und die USA kritisierten das Vorgehen scharf. Beide Staaten sind aber keine Vertragsparteien des IStGH.























