Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich offen für eine mögliche Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit der Ukraine in Istanbul gezeigt. Man sehe eine Rückkehr zu Verhandlungen in der türkischen Metropole „positiv“, sagte Lawrow am Samstag am Rande des Antalya Diplomatie-Forums der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Russland und die Ukraine hatten zuletzt im Juni 2025 in Istanbul trilaterale Gespräche geführt.
Lawrow betonte zugleich, dass das Thema derzeit „keine oberste Priorität“ habe. Russland habe Verhandlungen „niemals erzwungen“ und sei nur dann bereit, wenn die Gegenseite entsprechendes Interesse zeige. Doch trotz „sehr schlechter Erfahrungen“ mit der ukrainischen Seite in früheren Gesprächsrunden bleibe Moskau grundsätzlich gesprächsbereit. Voraussetzung seien jedoch konkrete Vorschläge, ein geeigneter Zeitpunkt sowie eine klare Agenda.
Im vergangenen Jahr hatten Russland und die Ukraine in Istanbul drei Verhandlungsrunden geführt. Unter anderem wurden dabei ein Gefangenenaustausch vereinbart und Entwürfe für eine mögliche Friedenslösung ausgearbeitet. Anfang dieses Jahres folgten weitere Gespräche unter US-Vermittlung in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) und Genf (Schweiz). Seitdem liegen die Verhandlungen auf Eis.
Beziehungen zu den USA und Palästina-Frage
Mit Blick auf die Beziehungen zu den USA forderte Lawrow Klarheit über die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit. Sanktionen aus der Zeit des früheren US-Präsidenten Joe Biden seien weiterhin in Kraft, beklagte er. Auch unter Präsident Donald Trump gebe es neue Strafmaßnahmen gegen russische Unternehmen wie Lukoil und Rosneft. Die Dominanz der USA auf den globalen Energiemärkten bezeichnete Lawrow als „offen erklärtes Ziel“ der Vereinigten Staaten..
Mit Blick auf die gestiegene Aufmerksamkeit bezüglich der Hormus-Krise zwischen den USA und dem Iran mahnte Lawrow zudem, andere Konflikte im Nahen Osten nicht aus dem Blick zu verlieren – besonders die Palästina-Frage. Niemand spreche mehr über das Westjordanland oder darüber, dass die israelische Führung einen palästinensischen Staat grundsätzlich ablehne, sagte Lawrow. Es sei „bedauerlich“, wenn die UN-Resolution zur Zwei-Staaten-Lösung faktisch ignoriert werde, fügte er hinzu.
















