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Gaza-Krieg: Beschwerden beim Presserat nehmen deutlich zu
Die Zahl der Beschwerden beim Presserat zur Berichterstattung über den israelischen Vernichtungskrieg in Gaza ist stark gestiegen. Kritisiert wird demnach unter anderem, dass Medien friedliche Gaza-Proteste als „Israel-Hasser-Demos“ bezeichnen.
Gaza-Krieg: Beschwerden beim Presserat nehmen deutlich zu
Berlin, 27.09.2025 / Foto: Christoph Soeder/AP / AP

Beim Deutschen Presserat sind deutlich mehr Beschwerden zur Berichterstattung über den israelischen Vernichtungskrieg in Gaza eingegangen. Bis Ende September dieses Jahres seien es bereits 399 gewesen – deutlich mehr als in dem Jahr zuvor, teilte der Presserat der Deutschen Presse-Agentur mit. Zum Vergleich: 2024 waren es 110 und im Jahr zuvor 126 Beschwerden zu dem Thema.

Um was ging es bei den beanstandeten Inhalten?

Roman Portack, Geschäftsführer des Presserats, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass besonders in den ersten Tagen nach Beginn des Gaza-Kriegs Bildmaterial in sozialen Medien weit verbreitet gewesen sei, das potenziell die Persönlichkeitsrechte von Opfern verletzt habe. 

Nach Angaben des Presserats betrifft ein weiterer Schwerpunkt der Beschwerden pro-palästinensische Demonstrationen. In diesem Zusammenhang standen Medienberichte in der Kritik, weil sie Gaza-Proteste als „Israel-Hasser-Demos“ bezeichneten. „Das ist zunächst einmal eine Bewertung der Redaktion, also eine Meinungsäußerung. Dafür gilt ein weiter Spielraum“, erläuterte Portack. „Wir müssen dann prüfen, ob es hinreichende Anhaltspunkte für diese Bewertung gibt.“ Konkret heiße das, ob dort Äußerungen gefallen seien, die als Hass auf Israel gewertet werden könnten. 

Seit dem 7. Oktober 2023 finden weltweit Proteste statt, bei denen Friedensaktivisten Solidarität mit den Menschen in Gaza bekunden und ein Ende des Völkermords in Gaza fordern. 

Freiwillige Selbstkontrolle der Presse

Bei Berichterstattungen über bewaffnete Konflikte sei die Lage für Medien besonders schwierig. „Man muss den Redaktionen zugutehalten und anerkennen, dass sie recherchieren und in Lagen berichten, in denen es extrem schwer ist, an objektive Informationen zu kommen“, sagte Portack. „Es verdient Anerkennung, dass mutige Journalistinnen und Journalisten für die Berichterstattung aus bewaffneten Konflikten ihr Leben riskieren.“

Der Presserat ist die freiwillige Selbstkontrolle der Presse - also von Berichten in Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien. Er prüft Beschwerden auf Grundlage des Pressekodex – und spricht bei Beanstandungen Rügen aus.

Israel führt seit Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza, der von immer mehr Experten und Menschenrechtsorganisationen als Völkermord eingestuft wird. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums hat Israel bisher mehr als 67.100 Menschen in Gaza getötet, die meisten davon Frauen und Minderjährige. Demnach wurden mindestens 169.500 Menschen verletzt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen