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Singen von DDR-Hymne bei AfD-Termin mit Siegmund und Chrupalla sorgt für Kritik
Bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung in Sachsen-Anhalt wird statt der deutschen Nationalhymne zunächst die DDR-Hymne gesungen. Einige sind irritiert. AfD-Chef Chrupalla sieht aber keinen Grund zur Aufregung.
Singen von DDR-Hymne bei AfD-Termin mit Siegmund und Chrupalla sorgt für Kritik
Singen von DDR-Hymne bei AfD-Termin mit Siegmund und Chrupalla sorgt für Kritik / Foto: Jan Woitas/dpa

Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) hat das Singen der DDR-Hymne bei einer AfD-Veranstaltung mit Sachsen-Anhalts Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und Parteichef Tino Chrupalla scharf kritisiert. „Ich finde das extrem befremdlich“, sagte Frei am Mittwoch im Sender Welt TV. Es gelte besonders dann, „wenn das von politischen Repräsentanten gemacht wird, die damit ja ganz offensichtlich auch politische Botschaften verbinden möchten“.

Die AfD hatte am Dienstagabend in Dessau-Roßlau zu einer Podiumsdiskussion mit dem Kabarettisten Uwe Steimle eingeladen. Am Ende sollte eigentlich die deutsche Nationalhymne gesungen werden, Steimle stimmte jedoch die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ an. Siegmund und Chrupalla sangen sie teilweise mit Steimle und den Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung mit. Anschließend wurde auch die deutsche Hymne gesungen.

Deutliche Worte fand auch der Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Johannes Beleites: „Die Hymne der DDR war die Hymne einer Diktatur. Ich finde es sehr irritierend, dass sie am Ende einer Wahlkampfveranstaltung einer Partei, die den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt stellen möchte, gesungen wird.“

Beleites sprach von einer „Missachtung der Opfer der SED-Diktatur“. Es sei zudem „eine Geringschätzung der Menschen, die für Freiheit und Demokratie ihr Leben riskiert oder lange Haftstrafen in Kauf genommen haben“.

Chrupalla verteidigte hingegen das Singen der DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“. Sie drücke genau die Hoffnung aus, die Bürger empfinden würden. „Wir möchten dafür sorgen, dass nicht weitere Ruinen entstehen – wie im Bereich der gesprengten Kernkraftwerke oder anderer kritischer Infrastruktur“, sagte der AfD-Chef dem „Stern“. „Eine nachträgliche, künstliche Skandalisierung der Veranstaltung ist daher unnötig.“

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen lag die AfD mit Werten von etwa 40 Prozent zuletzt deutlich vor der CDU. Der AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen