TÜRKİYE
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Israels Ex-Verteidigungsminister wirft Netanjahu Eskalation mit Türkiye vor
Israels Luftangriff auf Syrien nahe der türkischen Grenze sorgt für Empörung in Ankara. Steckt dahinter Kalkül? Ex-Verteidigungsminister Yaalon wirft Netanjahu vor, von innenpolitischen Problemen abzulenken.
Israels Ex-Verteidigungsminister wirft Netanjahu Eskalation mit Türkiye vor
Der frühere israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon / Foto: Reuters

Der frühere israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorgeworfen, die Spannungen mit Türkiye gezielt anzuheizen. Damit ziehe Israel auch Kritik aus den USA auf sich, so Yaalon am Donnerstag auf der Plattform X. Yaalon warf Netanjahu zudem vor, bestehende Kriegsfronten bewusst offenzuhalten und zugleich neue Konflikte zu schaffen.

Israels Luftwaffe hatte am Dienstag den verlassenen Militärflugplatz Abu al-Duhur in der syrischen Provinz Idlib im Nordwesten des Landes angegriffen. Der Flugplatz befindet sich etwa 60 bis 70 Kilometer Luftlinie von Türkiye entfernt. In Idlib sind auch türkische Militärangehörige stationiert, die unter anderem für die Ausbildung der syrischen Armee verantwortlich sind.

Mit dem Angriff in Idlib wolle sich der israelische Regierungschef der politischen Verantwortung für den Vergeltungsschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023 entziehen, sagte Yaalon. Netanjahu trage die Verantwortung für die anschließende Krise in Israel und müsse daher Kriege führen, um eine staatliche Untersuchungskommission zu verhindern.

Nach dem 7. Oktober 2023 habe sich Netanjahu zudem Kreisen angeschlossen, die Yaalon als „Messianisten“ bezeichnete. Diese hätten den Vergeltungsschlag als ein „Wunder“ betrachtet, das für einen „Gog-und-Magog-Krieg“ genutzt werden könne. Nach Darstellung Yaalons verfolgen sie das Ziel, das „Gelobte Land“ vom Euphrat im Norden bis zum „Bach Ägyptens“ im Süden zu erobern, Nichtjuden zu vertreiben und die Gebiete jüdisch zu besiedeln.

Yaalon kritisiert Israels Politik in Syrien im Libanon

Mit Blick auf Syrien sagte Yaalon, Israel habe nach den Rückschlägen für die libanesische Widerstandsorganisation Hisbollah und die iranische Präsenz in Syrien eine politische Chance verpasst. Auch im Libanon verhindere Netanjahu eine mögliche Vereinbarung. US-Präsident Donald Trump dränge auf eine Regelung, die für Israel von Vorteil sein könne – Netanjahu weiche einer solchen Lösung jedoch aus.

Ähnliches gelte für den Konflikt mit Iran. Dort habe Netanjahu auf einen Regierungswechsel hingearbeitet, um seine politischen Misserfolge durch einen Erfolg zu überdecken. Das Ergebnis sei jedoch eine „Farce“ gewesen und habe zu Spannungen mit Trump geführt, betonte Yaalon.

Warnung vor weiterer Eskalation im Westjordanland

Yaalon warf Netanjahu ferner vor, die Lage im besetzten Westjordanland weiter anzuheizen. Dabei würden Personen, die er als „Pogromisten“ bezeichnete, von Mitgliedern der israelischen Regierung unterstützt und ermutigt.

Auch das Gelände der Al-Aqsa-Moschee im besetzten Ostjerusalem könne nach Einschätzung Yaalons als Ausgangspunkt für einen weiteren Krieg sein. Der frühere Verteidigungsminister rief die israelische Opposition dazu auf, ihre Kräfte auf eine Ablösung Netanjahus zu konzentrieren. Dies sei notwendig, um das Leben von Zivilisten und Soldaten zu schützen und weitere „Zerstörung“ zu verhindern.

QUELLE:TRT Deutsch