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Kritik an Wadephul für Aussagen zu möglichen UN-Kürzungen
Kurz nach der Schlappe bei der Wahl für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat deutet Außenminister Wadephul an, die deutschen Beiträge auf den Prüfstein zu stellen. Von der SPD kommt Kritik.
Kritik an Wadephul für Aussagen zu möglichen UN-Kürzungen
Bundesaußenminister Johann Wadephul / Foto: -/REUTERS (Archiv)

Die SPD übt Kritik an Außenminister Johann Wadephul (CDU) für Äußerungen zu möglichen Kürzungen der deutschen Beiträge an die Vereinten Nationen (UN). Die Überprüfung einzelner Ausgaben und Projekte ist selbstverständlich legitim, solche Fragen sollten innerhalb der Koalition jedoch abgestimmt werden. So was Grundsätzliches machen wir aber nicht im Fließtext eines Interviews, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, dem Spiegel“ am Donnerstag

Wadephul hatte im Interview mit der Rheinischen Post auf die Frage, was er von Forderungen nach Kürzungen halte, betont, dass Deutschland bei den UN engagiert bleiben sollte. Sie bildeten das Koordinatensystem, in dem Deutschland zur drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt geworden sei. Wir sollten nicht durch Rückzug ermöglichen, dass andere dieses Koordinatensystem zu unserem Nachteil neu zeichnen. Aber natürlich wird sich der Bundestag im Haushalt einzelne Engagements genauer anschauen.

Wadephul macht deutlich: Es kann nicht sein, dass wir einer der größten Beitragszahler sind und bei manchen Entscheidungen, auch im personellen Bereich, nicht berücksichtigt werden. Die UN müssten davon ausgehen, dass die deutsche Position in Zukunft etwas deutlicher markiert werde.

SPD-Politiker: unnötige Irritationen vermeiden

SPD-Politiker Ahmetovic forderte, dass jetzt keine Signale ausgesendet werden, die international missverstanden werden oder unnötige Irritationen hervorrufen könnten. Es sei ein außenpolitischer Weckruf, dass Deutschland nicht in den UN-Sicherheitsrat gewählt worden sei.

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Deborah Düring, sagte dem Spiegel: Dass sich Union und Wadephul nach der verlorenen Wahl immer noch wie beleidigte Leberwürste aufführen, ist unwürdig. Statt mit Kürzungen zu drohen, müsste Deutschland die Vereinten Nationen gerade jetzt auch finanziell stärken. 

Angesprochen auf die Äußerungen des Ministers, sagte der Sprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres in New York, Deutschland sei ein außerordentlich wichtiger Partner der Vereinten Nationen, einer, der die UN kontinuierlich finanziell und politisch unterstützt hat und ein entschiedener Verfechter des Multilateralismus ist. Wir hoffen, dass sich diese positive Beziehung auch weit in die Zukunft hinein fortsetzen wird.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen