Nach Pipeline-Attacke: US-Regierung will Bürgern Horten von Benzin ausreden
Der jüngste Hackerangriff auf eine US-Pipeline hat für einige leere Zapfsäulen im Land gesorgt. Nun bittet Washington seine Bürger, kein Benzin zu horten und von Hamsterkäufen abzusehen. Es gebe keinen Mangel, lediglich Probleme beim Transport.
Symbolbild. Eine Zapfpistole (DPA)

Die US-Regierung hat die Bürger des Landes nach einem Cyberangriff auf die größte Benzin-Pipeline im Lande dazu aufgefordert, keinen Kraftstoff zu horten. „Die nächsten Tage werden herausfordernd sein“, sagte Energieministerin Jennifer Granholm am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Die Lage werde sich aber bald wieder normalisieren, es gebe keinen Mangel an Kraftstoff. Die Regierung bitte darum, von Hamsterkäufen abzusehen. „Wir haben Benzin, wir müssen es nur zu den richtigen Orten bringen“, sagte Granholm. Der Angriff wurde Anfang der Woche der Öffentlichkeit bekannt.

Laut der Marktanalysefirma Gasbuddy haben Versorgungsengpässe infolge des Ausfalls der Pipeline zugenommen. In Atlanta etwa hätten rund 20 Prozent der Tankstellen zuletzt kein Benzin gehabt. Auch andernorts gab es Berichten zufolge teilweise leere Zapfsäulen. Die Knappheit hat die Spritpreise in den USA zudem auf den höchsten Stand seit 2014 getrieben. Der Betreiber Colonial will die Pipeline aber bis Ende der Woche wieder weitgehend zum Normalbetrieb zurückführen. Das Unternehmen transportiert derzeit etwa 45 Prozent aller an der Ostküste verbrauchten Kraftstoffe.

Das Unternehmen hatte Ende der vergangenen Woche nach eigenen Angaben bestimmte Systeme nach einer Cyberattacke vom Netz genommen, um die damit verbundene Bedrohung einzudämmen. In der Folge sei der Betrieb der Pipeline komplett zum Erliegen gekommen. Eine stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin hatte am Montag im Weißen Haus erklärt, die Regierung habe keine Informationen darüber, ob der Pipeline-Betreiber den Erpressern ein Lösegeld gezahlt habe. Momentan sei von einem „kriminellen Akt“ auszugehen. Es würden aber alle Hinweise geprüft, auch mit Blick auf eine mögliche Verwicklung staatlicher Akteure.

DPA