Erste Kriegsschiff-Lieferung an Israel nach hochumstrittenem Rüstungsdeal
ThyssenKrupp hat mit der Korvette „INS Magen“ das erste von vier deutschen Kriegsschiffen an Israel geliefert. Das Schiff ist Teil eines hochumstrittenen Rüstungsdeals – gegen das Geschäft läuft eine Untersuchung wegen Korruptionsverdacht.
Die erste von vier in Deutschland für die israelische Marine gebauten Korvetten ist in Haifa eingetroffen. (DPA)

Das erste von vier deutschen Kriegsschiffen aus einem hochumstrittenen Rüstungsdeal ist am Mittwoch in Israel eingetroffen. Die Korvette „INS Magen“ des deutschen Industriegiganten ThyssenKrupp erreichte am Mittwoch die Hafenstadt Haifa im Norden Israels. Zuvor waren in Israel wegen des Rüstungsdeals rund um drei deutsche U-Boote und mehrere Kriegsschiffe Korruptionsvorwürfe laut geworden.

Die Flottenaufrüstung verbessere Israels Wehrkraft „dramatisch“, sagte der israelische Konteradmiral Eyal Harel der Nachrichtenagentur AFP. Mit den neuen Schiffen können demnach insbesondere Israels Erdgas-Förderplattformen vor Angriffen geschützt werden. Diese sind laut Harel eines der Hauptziele der schiitischen Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird. Harel pries insbesondere das Radarsystem der Korvetten als das modernste der Welt.

Die Rüstungslieferung beeinflusst die Sicherheitslage in der Region. Mit dem Kriegsschiff verbessere Israel seine Fähigkeit, einen direkten Angriff auf den Iran zu verüben, hieß es im September vom Zentrum für Internationale Maritime Sicherheit, einer Denkfabrik in Washington. Harel lehnte ab, dies zu kommentieren.

Die „INS Magen“ ist Teil eines umstrittenen Rüstungsdeals, der als „U-Boot-Affäre“ bekannt ist. Das Geschäft mit einem Wert von insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro ist seit Mitte November Gegenstand eines Untersuchungsausschusses in Israel. Der Ausschuss soll Aufschluss darüber geben, wie es zum Kauf der U-Boote kam. Mehrere Vertraute des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu stehen deswegen unter Korruptionsverdacht.

AFP