Spionageskandal in Griechenland: Hochrangige Generäle betroffen
In Griechenland sind vermutlich weit mehr Personen vom Geheimdienst abgehört worden als angenommen. In einem Bericht wird behauptet, dass der griechische Ministerpräsident Mitsotakis in den Skandal verstrickt ist.
Symbolbild: Griechische Fahne / Photo: DPA (DPA)

Der griechische Geheimdienst (EYP) hat offenbar neben einflussreichen Persönlichkeiten auch hochrangige Generäle der griechischen Streitkräfte ausspioniert. Dies berichtete die lokale Tageszeitung Documento am Sonntag. Die Spionage sei unter dem Vorwand getätigt worden, die nationale Sicherheit zu bewahren, heißt es darin. Zuvor waren neue Enthüllungen über einen großen Überwachungsskandal aufgetaucht. Laut dem Bericht wurden unter anderem Konstantinos Floros (Generalstabschef), Charalambos Lalousis (Chef der Landstreitkräfte ) und Thodoris Lagios (Generaldirektor für Rüstung) abgehört. Zudem seien einflussreiche Geschäftsleute und Europaabgeordnete aus Griechenland betroffen. Die Tageszeitung zitiert „zuverlässige Quellen“, wonach auch der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis in die illegalen Spionageaktionen verwickelt ist. Mitsotakis versuche nun, diese Tatsache zu verschleiern. Das Brisante: Als politischer EYP-Leiter besitzt Mitsotakis das Recht, den Zugang zu ermittlungsrelevanten Informationen zu öffnen – oder weiter verdeckt zu halten. Die griechischen Oppositionsparteien machen Mitsotakis für den Skandal verantwortlich und fordern Neuwahlen. Der Fall wird von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament verfolgt.

TRT Deutsch