Spanier dürfen erstmals nach sieben Wochen im Freien spazieren
Der erste Teil des Vier-Phasen-Plans tritt für Spanier nun in Kraft. Sie dürfen wieder das Haus verlassen und spazieren gehen. Sport treiben ist auch möglich - gegen Auflagen und nach einem strikten Zeitplan.
Spanier dürfen erstmals seit sieben Wochen wieder ihre Häuser verlassen. (DPA)

Ab diesem Wochenende dürfen die Bürger im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien erstmals nach sieben Wochen wieder im Freien spazieren gehen oder Sport treiben. Zur Ausübung dieser Aktivitäten werde es Zeitfenster und örtliche Beschränkungen geben, erklärte Gesundheitsminister Salvador Illa am Donnerstag in Madrid. Man werde dafür zwischen 06.00 und 10.00 sowie zwischen 20.00 und 23.00 Uhr aus dem Haus gehen und sich bei Spaziergängen nur bis zu einem Kilometer vom Wohnsitz entfernen dürfen. Beim Sport darf man die Wohngemeinde nicht verlassen. Nach den vom Minister bekanntgegebenen Regeln wird man Sport nur unbegleitet treiben dürfen. Spazieren gehen darf man zwar auch zu zweit, aber nur mit einem Mitbewohner. Diese erste Lockerung der strengen Ausgangssperre für die Erwachsenen ist Teil des Vier-Phasen-Plans der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, mit dem man bis Ende Juni eine „neue Normalität“ erreichen möchte. Eine erste Lockerung gab es bereits am Sonntag, aber nur für Kinder bis 14 Jahren. Diese dürfen seither wieder auf die Straße, wenn auch unter Auflagen und höchstens eine Stunde täglich. Der Ausgang mit Kindern muss zwischen 12.00 und 19.00 Uhr erfolgen. Jede der vier Phasen des Exit-Plans von Madrid soll zwei Wochen dauern. Nach und nach sollen immer mehr Geschäfte, Lokale und Kirchen sowie später Fitnessstudios, Kinos, Theater und Hotels geöffnet werden. Die Belegung darf aber zunächst nur bei maximal 30 Prozent, später bei 50 Prozent der Kapazität liegen. Reisen zwischen den verschiedenen Regionen Spaniens werden laut Sánchez frühestens Ende Juni wieder erlaubt sein. In Spanien darf man seit Mitte März nur noch in Ausnahmefällen und allein aus dem Haus - etwa um zur Arbeit zu fahren, den Hund auszuführen oder Einkäufe zu tätigen. Der „Hausarrest“ trägt nach Einschätzung der Verantwortlichen seit Wochen Früchte. Die Zahl der binnen 24 Stunden registrierten Todesfälle in Zusammenhang mit Corona lag am Donnerstag nach Behördenangaben bei 268. Das ist die niedrigste seit dem 20. März. Insgesamt starben 24.543 Menschen, die sich mit dem Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 infiziert hatten. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle kletterte um gut 1300 oder 0,6 Prozent auf mehr als 213.000.

DPA