Amoklauf in Parkland: US-Regierung will Opfern 116 Millionen zahlen (dpa)
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Im Rechtsstreit um Versäumnisse des FBI vor dem Schusswaffenangriff in einer Highschool in Parkland hat das US-Justizministerium einer Entschädigungszahlung von 127,5 Millionen Dollar (116 Millionen Euro) an Überlebende und Opferangehörige zugestimmt. Mit der Vereinbarung würden alle 40 Zivilverfahren zu der Bluttat im Februar 2018 im Bundesstaat Florida beigelegt, teilte das Ministerium am Mittwoch in Washington mit.

17 Menschen bei der Bluttat getötet und 17 weitere verletzt

Die Vereinbarung stelle „kein Schuldeingeständnis der Vereinigten Staaten“ dar, hob das Justizministerium hervor. Bei dem Angriff in der Marjory Stoneman Douglas High School hatte der damals 19 Jahre alte Ex-Schüler Nikolas Cruz 17 Menschen getötet und 17 weitere verletzt. Im Oktober bekannte er sich vor Gericht schuldig, das Urteil soll im April fallen. Die Anklage will die Todesstrafe fordern. Überlebende sowie die Angehörigen von 16 der 17 Todesopfer hatten die Regierung verklagt, weil die Behörden Hinweise auf die Gewaltbereitschaft des Todesschützen nicht ernst genug genommen hätten. Cruz war aus disziplinarischen Gründen von der Schule in Parkland verwiesen worden. Es war bekannt, dass er von Schusswaffen besessen war.

FBI hatte Hinweise ignoriert

Eine Frau, die den Jungen kannte, hatte fünf Wochen vor der Tat in einer Hinweis-Hotline der US-Bundespolizei FBI vor ihm gewarnt. „Ich weiß, dass er explodieren wird“, sagte sie am 5. Januar 2018. Sie soll das FBI auch konkret vor einer Gewalttat in einer Schule gewarnt haben. Das FBI bestätigte, dass es mehrere Monate vor der Tat über eine Youtube-Botschaft eines Nutzers namens Nikoals Cruz informiert worden sei. Darin sagte dieser: „Ich werde ein professioneller Schul-Schütze werden.“ Das Sturmgewehr vom Typ AR-15, das Cruz bei seiner Tat verwendete, hatte er legal erworben, obwohl den Behörden bekannt war, dass er in der Vergangenheit unter psychischen Problemen gelitten hatte. Cruz' Tat hatte die Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts in den USA neu angeheizt. An einem von den Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School organisierten Protestmarsch unter dem Motto „March for Our Lives“ (Marsch für unser Leben) in der Hauptstadt Washington beteiligten sich im März 2018 hunderttausende Menschen.

AFP