Hannovers Bürgermeister Belit Onay verurteilte den Angriff und teilte mit, dass er von der Polizei informiert wurde, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. / Photo: AA (AA)
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Deutsche Beamte haben das türkische Generalkonsulat in Hannover besucht, um ihre Solidarität nach einem Angriff von PKK-Anhängern zu bekunden. Die Polizei werde zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um solche Vorfälle zu verhindern, erklärte Hannovers Bürgermeister Belit Onay gegenüber lokalen Reportern am Donnerstag. „Als wir die Videos des Angriffs gesehen haben, haben wir gesehen, wie gewalttätig er war. So etwas darf in unserer Stadt niemals vorkommen. Wir haben absolut keine Toleranz für solche Gewalt“, fügte er hinzu.

Hannovers Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten begleitete Onay während des Besuchs und informierte die türkischen Beamten über die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, die die Behörden ergriffen haben.

Der türkische Botschafter in Berlin, Ahmet Basar Sen, ist am Donnerstag auch nach Hannover gereist. Er dankte Bürgermeister Onay und seiner Delegation für ihren Besuch. Türkiye erwarte ein entschlosseneres Vorgehen gegen die Terrorgruppe, betonte Sen. „Wir wollen, dass die Täter dieses Anschlags identifiziert und vor Gericht gestellt werden“, fügte er hinzu. Die enge Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden werde in dieser Angelegenheit demnach fortgesetzt werden.

„Das größere Problem ist, dass die PKK-Terrorgruppe, die in Deutschland seit mehr als 30 Jahren verboten ist, immer noch Spendenkampagnen in Deutschland durchführt und Propagandaaktivitäten betreibt, die zur Radikalisierung junger Menschen führen“, erklärte Sen gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. „Wir erwarten von den deutschen Behörden, dass der Kampf gegen die PKK-Terrorgruppe alle Bereiche umfasst. Sie sollten gegen die Strukturen der Terrorgruppe, ihre Tarnorganisationen hier, die unter dem Deckmantel ziviler Vereinigungen operieren, vorgehen“, fügte er hinzu.

Angriff am Dienstag

In der Nacht zum Dienstag hatten Anhänger der Terrororganisation PKK den Eingang des türkischen Generalkonsulats in Hannover attackiert. Dabei wurden Fensterscheiben des Gebäudes beschädigt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Etwa 20 PKK-Sympathisanten warfen demnach Steine auf das Konsulat und schlugen mit Eisenstangen gegen Fenster. Sie flüchteten, als Polizisten eintrafen. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Das Auswärtige Amt verurteilte den Angriff.

Die PKK verübt seit mehr als 40 Jahren Anschläge in Türkiye. Sie wird für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht. Auch die USA und die EU stufen die PKK als Terrororganisation ein. Die PKK verfügt über Ableger in Syrien sowie im Irak und nutzt diese Länder als Rückzugsgebiete.

Brandstiftung in Solingen tötet türkischstämmige Familie

Neben Hannover waren auch in Solingen Türkischstämmige Ziel eines Angriffs. Bei einem Brand in einem vierstöckigen Gebäude kamen am Montag vier Menschen, darunter zwei Kinder, ums Leben. Neun weitere Personen wurden verletzt.

Türkiye fordert eine Untersuchung des Brandes. „Wir gehen davon aus, dass der Vorfall, der sich 31 Jahre nach der Katastrophe von Solingen ereignete, aufgeklärt und die Verdächtigen vor Gericht gestellt werden“, heißt es laut diplomatischen Quellen.

Die deutschen Behörden gaben gestern in einer Erklärung bekannt, dass die Möglichkeit einer Brandstiftung bei diesem Vorfall geprüft wird.

TRT Deutsch