Archivbild: Aufgehängte Banner mit der Aufschrift "Islamophobie". / Photo: AA (AA)
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Die Zahl islamfeindlicher Straftaten in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Christoph de Vries hervor.

Demnach wurden im Jahr 2023 bundesweit 1.464 Straftaten als islamfeindlich eingestuft. Im Vorjahr waren es noch 610 Straftaten. Im ersten Quartal dieses Jahres meldete die Polizei bereits 137 islamfeindliche Straftaten.

CLAIM warnt vor wachsendem anti-muslimischen Rassismus

Die in Berlin ansässige Allianz gegen Islam- und Muslim­feind­lichkeit (CLAIM) warnt vor wachsendem anti-muslimischen Rassismus im Zuge des eskalierenden Israel-Palästina-Konflikts in Gaza.

„Wir beobachten eine Verschärfung von antimuslimischem Rassismus in Deutschland. Das sollte uns alle besorgen und muss ernst genommen werden“, so CLAIM-Leiterin Rima Hanano im November vergangenen Jahres.

Es dürfe nicht zugelassen werden, dass „menschenverachtende Positionen“ weiter normalisiert würden. Dadurch werde der gesellschaftliche Zusammenhalt aufs Spiel gesetzt, sagte Hanano. „Alle Menschen sind vor rassistischer, antisemitischer und anderer menschenfeindlicher Gewalt und Bedrohung zu schützen.“

In Deutschland lebt nach Frankreich die zweitgrößte muslimische Minderheit Westeuropas. Von den fast 5,3 Millionen Muslimen im Land sind mehr als 3 Millionen türkischer Herkunft.

TRT Deutsch