De Deutsche Lehrerverband spricht sich für digitale Tools gängiger Anbieter an Schulen aus. (dpa)
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Trotz Datenschutzbedenken gegen Videokonferenz-Software kommerzieller Anbieter wie Microsoft hat sich der Deutsche Lehrerverband gegen ein Verbot solcher Programme an Schulen ausgesprochen. „Es ist in der jetzigen Situation schwierig und problematisch, wenn man den Schulen jetzt ein bewährtes Arbeitsmittel wegnimmt wegen einer eher abstrakten Gefahr, ohne ihnen ein gleichwertiges alternatives System anzubieten“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vor allem die Software Microsoft Teams habe sich während der Corona-Pandemie an den Schulen bewährt. „Von 40.000 Schulen haben sich geschätzt sechs- bis achttausend mit Teams gerettet, als sie in den Distanzunterricht mussten“, sagte Meidinger. Zehntausende Lehrkräfte hätten sich in das Programm eingearbeitet. In den Ländern läuft aktuell eine Debatte, wie lange Schulen Teams verwenden dürfen. Eine knappe Mehrheit von Datenschutzbeauftragten hatte sich auf der Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern im vergangenen Jahr gegen den Einsatz der Software ausgesprochen, weil die Server in den USA stehen. Meidinger sprach von einem „Damoklesschwert“, das über „tausenden Schulen“ schwebe. Die Übergangsfristen für die Nutzung von Microsoft Teams müssten verlängert werden, „solange die Gefahr besteht, dass die Schulen wieder in den Distanzunterricht müssen“. Datenschutz sei sehr wichtig, räumte Meidinger ein. „Er sollte aber zu keiner grundsätzlichen Gefährdung des Bildungsauftrags führen. Wir sollten jetzt auf keinen Fall Maßnahmen treffen, die die Schulen bei der Digitalisierung massiv zurückwerfen.“

AFP