Das türkische Bohrschiff „Fatih“ (AA)

Das Mineralölunternehmen Turkish Petroleum Corporation (TPAO) plant die Beschaffung von frischem Finanzkapital und die Bildung von internationalen Kooperationen. Dabei gehe es um notwendiges Kapital zur Förderung der größten Erdgasentdeckung des Landes im Schwarzen Meer, berichtete das Finanznachrichtenportal „Bloomberg“ am Montag unter Berufung auf Quellen, die mit den Verhandlungen vertraut sein sollen.

Das türkische Energieunternehmen nahm demnach Kontakt mit mehreren internationalen Ölfirmen auf, um Gas aus dem Offshore-Feld zu produzieren. Das bedeute allerdings nicht, dass TPAO die Förderung abgebe, so „Bloomberg“.

Die benötigte Kapitalinvestition, um das Erdgas aus dem Offshore-Feld zu produzieren und es an Land zu liefern, wird von „Bloomberg“ auf etwa 3,2 Milliarden Dollar geschätzt. Die Geldmenge, die TPAO aus dem Regierungshaushalt für 2021 zugewiesen wurde, belaufe sich auf etwa 1,9 Milliarden Dollar. Es sei jedoch nicht klar, wieviel von diesem Betrag für das Sakarya-Gasprojekt gedacht ist.

Das erste türkische Bohrschiff „Fatih“ hatte vergangenes Jahr 405 Milliarden Kubikmeter Erdgas am Standort Tuna-1 im sogenannten Sakarya-Gasfeld entdeckt. Dieses liegt etwa 100 Seemeilen nördlich der türkischen Schwarzmeerküste.

Die Energiefunde könnten mehr als das Achtfache des Bedarfs des Landes umfassen und seine Abhängigkeit von Importen beenden, merkte „Bloomberg“ an. Derzeit laufen technische Studien, um das Gas nach Beginn der Produktion an Land zu bringen. Präsident Recep Tayyip Erdoğan setzte eine ehrgeizige Frist bis zum Jahr 2023. Ab dann soll die Förderung der Energiereserven anlaufen.

Fatih Dönmez, Minister für Energie und natürliche Ressourcen, kündigte zudem im Januar an, dass noch im Februar eine neue Bohrung am Türkali-2-Bohrloch im Schwarzen Meer beginnen soll.

TRT Deutsch