Besonders stark betroffen sind von dieser Regelung die Ostseefischer. Ab 2020 dürfen in der westlichen Ostsee 65 Prozent weniger Hering gefangen werden. Beim Dorsch sind es 60 Prozent weniger als im Jahr 2019. In der Nordsee hingegen bleibt die Quote für Hering unverändert. Nur bei Kabeljau muss der Fang um die Hälfte reduziert werden. Bei Makrele sind es knapp 41 Prozent und bei Schellfisch 23 Prozent weniger.

Die Änderungen sind nicht nur für die Konsumenten ernüchternd. Für Ostseefischer ist die Entwicklung existenzbedrohend. 2019 war schon mager. Doch nun müssen sich die 220 Dorsch- und Heringsfischer etwas Neues einfallen lassen. „Bisher haben wir beim Hering auf eine kurze, konzentrierte Saison gesetzt“, sagte der Vize-Vorsitzende des Verbandes der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommerns, Michael Schütt. „Jetzt werden wir die Saison so weit strecken wie möglich, von Januar bis Mai.“

Zwar haben die Krabbenfischer in der Zeit, in der sie nicht ihre Netze rauswerfen durften, einen finanziellen Ausgleich erhalten. Nun aber ist die Lage viel dramatischer. Dabei haben sie schon 2019 Verluste gemacht. Laut der Erzeugergemeinschaft der Nord-und Ostseefischer GmbH in Cuxhaven lag der Umsatz unter dem des Krisenjahres 2011. Also bei geschätzten 25 Millionen Euro und somit um 60 Millionen Euro weniger als das Jahr zuvor. Ursache dafür waren die Preis- und Fangschwankungen. Vor 20 Jahren wurden knapp 100 Tausend Tonnen des Frischfisches in Mecklenburg-Vorpommern gefangen.

DPA