Deutsche Bank rechnet auch 2021 mit einem Überschuss

Mit ehrgeizigen Zielen ist Christian Sewing vor drei Jahren als jüngster Deutsche-Bank-Chef aller Zeiten angetreten. Nun trägt der radikale Konzernumbau Früchte. Nachdem es in der Corona-Krise den ersten Jahresüberschuss seit 2014 gab, hat sich der Vorstand vorgenommen, auch im laufenden Jahr schwarze Zahlen zu liefern. An diesem Mittwoch legt der Frankfurter Dax-Konzern die Ergebnisse für das erste Quartal 2021 vor - und die können sich nach Einschätzung von Analysten sehen lassen. Von einem Vorsteuergewinn von gut einer Milliarde Euro könnten den Erwartungen zufolge knapp 600 Millionen Euro bei den Deutsche-Bank-Aktionären hängenbleiben. Schon zur Vorlage der Jahresbilanz für 2020 Anfang Februar hatte Sewing von einem „sehr guten Start ins neue Jahr“ gesprochen. Vor allem das Kapitalmarktgeschäft brummt weiterhin. Mitte März sorgte Vorstand Fabrizio Campelli für einen Freudensprung der Aktie mit dem Hinweis, die Bank liege bei den Erträgen - also den gesamten Einnahmen - im Investmentbanking bis dato um etwa 20 Prozent über Vorjahresniveau. Die unrühmliche Vergangenheit der Sparte mit Skandalen und teuren Rechtsstreitigkeiten will die Deutsche Bank endgültig hinter sich lassen. Aus dem weltweiten Aktienhandel beispielsweise zog sich Deutschlands größtes Geldhaus komplett zurück.

Konzern will bis Ende 2022 etwa 18.000 Vollzeitstellen abbauen

Aber auch im Geschäft mit Unternehmens- und Privatkunden gehen Analysten von einem Vorsteuergewinn in den ersten drei Monaten dieses Jahres aus. Für manchen Kunden wird der Weg in die nächste Deutsche-Bank-Filiale künftig allerdings weiter: Bis Ende dieses Jahres schließt das Institut 97 von zuletzt 497 Standorten im Heimatmarkt. Bei der zum Konzern gehörenden Postbank wird das Netz ebenfalls weiter ausgedünnt, dort werden in diesem und im kommenden Jahr jeweils 50 der zuletzt 800 Filialen dichtgemacht. Der Filialabbau kostet unter dem Strich knapp 1200 Vollzeitstellen, vor wenigen Tagen einigten sich Management und Betriebsräte auf die Modalitäten des Jobabbaus: Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand. Der Personalabbau in den Filialen ist Teil der im Juli 2019 verkündeten Pläne, die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern bis Ende 2022 um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 zu drücken. Der Aufsichtsrat setzt weiter auf Sewing und verlängerte den Vertrag mit dem Vorstandsvorsitzenden erst vor Kurzem bis April 2026. Sewing selbst scheint überzeugt, das Gröbste hinter sich zu haben und nun ausreichend Zeit für neue Aufgaben freischaufeln zu können: Zum 1. Juli übernimmt der Manager beim Bundesverband deutscher Banken (BdB) das Ehrenamt als dessen Präsident und wird damit zum Cheflobbyisten der privaten Banken in Deutschland.

DPA